Ärzte Zeitung, 19.12.2008

Die Debatte zur Spätabtreibung - Auszüge aus den Bundestagsreden:

Es geht um umfassende Hilfe

Es geht um umfassende Hilfe

Renate Schmidt (SPD), frühere Bundesfamilienministerin.

Foto: SPD-Fraktion

Es geht um Beratung und Hilfe im umfassenden Sinn in einer Situation, in der die betroffenen Eltern außer sich sind. Es geht um ausreichend Zeit für die Entscheidungsfindung. Wir müssen uns der schleichenden Wiederkehr der embryopathischen Indikation widersetzen. Eine Beratung ist leider nicht selbstverständlich.

Studien zeigen, dass die medizinische Information bei der Pränataldiagnostik überwiegend als gut, die psychosoziale Beratung überwiegend als schlecht bewertet wird. Es geht nicht nur um Spätabtreibungen, sondern auch um mehrere tausend Abbrüche in der 16. Schwangerschaftswoche nach der Diagnose des Down-Syndroms. Ich unterstütze die Anträge Singhammer und Humme und hoffe, dass wir nach der Anhörung noch ein gemeinsames Gesetz verabschieden. Das wäre gerade bei einem solchen Thema kein Unfall.

Lesen Sie dazu auch den Gastkommentar:
Dr. Frank-Ulrich Montgomery: Es geht um Hilfe für Frauen

Lesen Sie dazu auch:
Mehr Beratung der Frau: ja! Aber ist auch Zwang nötig?
Spätabtreibung - welche Beratung braucht eine Frau, die ein behindertes Kind erwartet?
Was Parlamentarier trennt und eint
Abtreibungsrecht - was derzeit gilt

Die Debatte zur Spätabtreibung - Auszüge aus den Bundestagsreden:
Wir sind gegen die Beratungspflicht
Es darf keinen Automatismus geben!
Die Beratung soll ergebnisoffen sein
Frauen sollen auch "Nein" sagen können
Ist jede Untersuchung wirklich nötig?
Mehr Unterstützung statt mehr Druck

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