Ärzte Zeitung online, 29.12.2008

Chirurgen im Norden drohen, ambulante Operationen nur bei Kostenübernahme vorzunehmen

KIEL (di). Schleswig-Holsteins Chirurgen drohen damit, ambulante Operationen im kommenden Jahr nur noch gegen Kostenzusagen vorzunehmen. Damit reagiert der Berufsverband der Deutschen Chirurgen (BDC) im Norden auf die Honorarreform.

Chirurgen im Norden drohen, ambulante Operationen nur bei Kostenübernahme vorzunehmen

Foto: Falk©www.fotolia.de

Umstimmen lassen wollen sich die Chirurgen nur, wenn die Kassen sich kurzfristig auf eine sechsmonatige Verlängerung der zuletzt gezahlten Vergütung einlassen. In dieser Zeit soll dann gemeinsam mit allen beteiligten Fachgruppen, Verbänden und Kassenvertretern ein neues Konzept für das ambulante Operieren erarbeitet werden.

Die bislang geltenden Strukturverträge im Norden hatten die Krankenkassen zum Jahresende gekündigt, nachdem das Schiedsamt den Punktwert für alle operativen Leistungen mit 3,5 Cent festgesetzt hatte. Für die ambulanten Operateure bedeutet dies nach eigenen Angaben einen Honorarverlust von rund 20 Prozent. Da sich der Preis für ambulante Operationen zu 80 Prozent aus Technik-, Raum- und Personalkosten zusammensetzt, würde der Honorarrückgang bedeuten, dass die Ärzte umsonst arbeiten müssten. "Das können wir nicht hinnehmen", sagte Dr. Ralf Schmitz. Der Regionalvertreter des BDC im Norden setzt beim angestrebten Konzept auf Zusammenarbeit und Unterstützung anderer Verbände operativ tätiger Kollegen, der Gemeinschaft Fachärztlicher Berufsverbände, der Ärztegenossenschaft Schleswig-Holstein und der KV.

Gelingt kein Konsens mit den Kassen, müssen Patienten ab 19. Januar damit rechnen, abgewiesen zu werden. Operieren wollen die Chirurgen dann nur noch, wenn die Patienten eine schriftlich zugesicherte Kostenübernahmeerklärung in Höhe der Preise aus dem Jahr 2008 vorlegen können. Vor dem BDC hatte auch schon die Arbeitsgemeinschaft Niedergelassener Chirurgen (ANC) Schleswig-Holstein diesen Beschluss gefasst.

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