Ärzte Zeitung, 19.01.2009

Bremer Hausärzteverband hat Mandat der Kollegen

AOK-Vertrag im Südwesten soll als Muster dienen

BREMEN (cben). Bremens Hausärzte haben den Hausärzteverband, Landesverband Bremen, ermächtigt, sie bei Verhandlung und Abschluss von Hausarztverträgen zu vertreten.

"Wir haben jetzt genau 215 von 320 möglichen Ermächtigungen", sagte der Bremer Hauärzteverbands-Chef Hans Michael Mühlenfeld der "Ärzte Zeitung". "Damit haben wir als erster norddeutscher Verband die notwendige Quote von 50 Prozent überschritten." Erst in der ersten Dezemberwoche hatte der Verband die Kollegen per Fax um eine Mandatierung gebeten. "Sie haben dann sehr schnell reagiert", sagt Mühlenfeld.

Dem Bremer Verband schwebt "ein Modell wie in Baden-Württemberg" vor, erklärte der Vorsitzende. "Aber einige Punkte müssten in unseren Augen noch nachgebessert werden". Mühlenfeld denkt etwa an die Aufnahme der Palliativmedizin in den Vertrag und an eine stringentere Steuerung der Patienten. "Warum nicht die Versichertenkarte so einrichten, dass sie nur bei Hausärzten gültig ist", schlägt Mühlenfeld vor.

Der Verband sei an die Krankenkassen des Landes herangetreten. Man werde Gespräche mit den Hausärzten führen, erklärte Jörn Hons, Sprecher der AOK Bremen/Bremerhaven, sagte aber auch: "Wir haben einen laufenden Vertrag, der von keiner Seite gekündigt wurde." Auch die IKK habe reagiert, hieß es.

In der Tat haben die KV, die AOK Bremen/Bremerhaven und der Hausärzteverband an der Weser seit Anfang 2007 einen Hausarztvertrag. "Allerdings schreibt der Gesetzgeber ausdrücklich neue Verträge vor", unterstrich Mühlenfeld. Wenn sich bis zum Juni die anderen Kassen nicht auch verhandlungsbereit zeigten, sagte Mühlenfeld, "dann werden wir ein Schiedsverfahren anstrengen".

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