Ärzte Zeitung online, 29.01.2009

Ärzte und Länder vor Tarifverhandlungen weit auseinander

BERLIN (dpa). Knapp drei Jahre nach dem erbitterten Tarifstreit um die 22 000 Uniklinik-Ärzte beginnen erneut schwierige Gespräche zwischen dem Marburger Bund und den Ländern. "Wir sind weit auseinander", sagte der Geschäftsführer der Tarifgemeinschaft deutscher Länder, Knut Bredendiek, unmittelbar vor der am Donnerstag beginnenden Tarifrunde der dpa in Berlin.

Tarifgemeinschaft und Ärztegewerkschaft versicherten zwar ihre konstruktive Haltung, doch spricht der Marburger Bund bereits von einem Arbeitskampf als letztem Mittel.

2006 hatten erst dreimonatige Streiks mit massenweise verschobenen Operationen und Patienten-Verlegungen den Weg zum ersten eigenen Tarifvertrag der Länder mit den Ärzten geebnet. Nun wolle der Marburger Bund "den niedrigen Abschluss vom letzten Mal endlich verbessern", sagte der Vorsitzende Rudolf Henke.

Die Ärztegewerkschaft fordert Einkommenssteigerungen von neun Prozent für einfache Ärzte und acht Prozent für Fach- und Oberärzte sowie weitere Zuschläge für einzelne Gruppen - unterm Strich neun Prozent mehr. Die Länder beziffern die Forderungen dagegen auf 13 Prozent für viele Ärzte, bis zu 30 Prozent in den neuen Ländern. Die Forderung könne deshalb nicht als Verhandlungsgrundlage dienen, sagte Bredendiek. Ein Angebot legten die Länder zunächst nicht vor.

Beide Seiten halten eine Einigung erst nach einem Ergebnis bei den Tarifverhandlungen für die 700 000 Beschäftigten der Länder im öffentlichen Dienst für wahrscheinlich. Hier entscheidet sich Mitte Februar, ob es einen Kompromiss gibt oder die Zeichen auf Streik stehen.

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