Ärzte Zeitung online, 29.01.2009

Tarifverhandlungen für Uniklinik-Ärzte ohne Annäherung vertagt

BERLIN (dpa). Ohne Annäherung haben Arbeitgeber und Gewerkschaft die Tarifverhandlungen für die rund 22 000 Uniklinik-Ärzte vertagt. Die Forderung des Marburger Bundes nach im Schnitt neun Prozent mehr Einkommen wies die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) als inakzeptabel zurück.

"Die Forderung ist für uns nicht verhandelbar, weil sie nicht in die Zeit passt", sagte Geschäftsführer Knut Bredendiek am Donnerstag in Berlin. "Naturgemäß sind wir noch sehr weit auseinander." Beide Seiten sprachen nach vier Stunden dennoch von einer "konstruktiven Atmosphäre". Sie wollen am 18. Februar zur zweiten Gesprächsrunde zusammen kommen. Die Länder legten bislang kein Angebot vor.

"Wir wollen in Verhandlungen zum Ergebnis kommen", sagte der Verhandlungsführer des Marburger Bundes, Lutz Hammerschlag. Er denke derzeit nicht an Streiks. Bis zur nächsten Gesprächsrunde erwarte er, dass die Arbeitgeber ihre "harte Gegenwehr" überdenken. Bredendiek sagte, auch am 18. Februar sei kaum mit einem Angebot zu rechnen.

Marburger Bund und TdL hatten schon zuvor angekündigt, dass sie eine Einigung erst nach dem Ergebnis bei den Tarifverhandlungen für die 700 000 Beschäftigten der Länder im öffentlichen Dienst für möglich halten. Vor drei Jahren hatte erst ein erbitterter Tarifstreit mit monatelangen Streiks den ersten eigenen Tarifvertrag für die Ärzte gebracht.

Die Ärztegewerkschaft fordert neun Prozent mehr Einkommen für einfache Ärzte und acht Prozent für Fach- und Oberärzte sowie weitere Zuschläge für einzelne Gruppen (wie berichtet). Zugleich setzt sie sich für ein Angleichen der Ostgehälter und für höhere Zuschläge bei Überstunden ein. Sie begründet dies mit den höheren Gehältern in privaten Kliniken und im Ausland. Nach Ansicht der Länder machen die Forderungen 13 Prozent für viele Ärzte und bis zu 30 Prozent in den neuen Ländern aus.

Berlin und Hessen sind nicht von den Tarifverhandlungen betroffen, da sie nicht mehr der TdL angehören. Auch Hamburg steht außen vor, weil dort ein eigenständiger Tarifvertrag abgeschlossen wurde.

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