Ärzte Zeitung, 06.02.2009

Hohes Honorarplus 2008 schmälert Zuwachs in 2009

Neue Daten zur Vergütungssituation erklären Enttäuschung vieler Ärzte

BERLIN (HL). Unerwartet hohe tatsächliche Honorarsteigerungen im Jahr 2008 könnten eine Erklärung dafür sein, dass viele Ärzte mit Enttäuschung oder sogar Empörung auf die Wirkung der jüngsten Vergütungsreform reagieren.

Simulation und Realität: Schon 2008 ist das Honorar kräftig gewachsen.

Tatsächlich betrug der Honorarzuwachs im Jahr 2008, hochgerechnet aus den jetzt vorliegenden Abrechnungen für das erste Halbjahr, 1,773 Milliarden Euro, wie KBV-Chef Dr. Andreas Köhler am Freitag vor Journalisten im Berlin mitteilte. Das ist erheblich mehr als das in bisherigen Simulationsrechnungen unterstellte Grundlohnplus von 222 Millionen Euro.

Foto: Udo Kroener ©www.fotolia.de

Das wiederum schmälert den Zuwachs des Honorars in diesem Jahr verglichen mit dem Jahr 2008: und zwar auf 1,232 Milliarden Euro - das ist ein Plus von 4,2 Prozent. Auch wenn es bei einem Zuwachs der gesamten Vergütung von rund drei Milliarden Euro im Vergleich zu 2007 geblieben ist - tatsächlich haben viele Ärzte als Maßstab wohl nur das Jahr 2008 im Blick. Und hier zeigt sich, dass die Honorarsummen bei den KVen Baden-Württemberg mit 3,4 Prozent und Schleswig-Holstein mit 0,7 Prozent rückläufig sind.

Für die nächsten Monate kündigte Köhler Korrekturen an: sie laufen auf mehr Spielraum für die einzelnen KVen hinaus, wobei das Konzept der Regelleistungsvolumina mit dem Ziel einer stärkeren Differenzierung gründlich überarbeitet wird.

Lesen Sie dazu auch den Hintergrund:
Vergütungsreform: Baustelle mit Fallgruben

Lesen Sie dazu auch den Kommentar:
Der Fluch des Erfolgs

[09.02.2009, 16:35:17]
Thomas Heymel 
Welches Honorarplus
Ein Klasse Argument der KV, als wenn es möglich wäre, dass diese "aus Versehen" wesentlich zu hohe Honorare gezahlt hätte - wo soll das Geld denn hergekommen sein?
Ich hatte 2008 bei einer durchschnittlichen Budgeterfüllung von 130% dank sinkender Facharztquoten einen Gewinnverlust von 12%!!
Langsam werden die Entschuldigungen für das Versagen der RLV lächerlich!
Thomas Heymel zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Langes Arbeiten kann tödlich sein

Eine lange Wochenarbeitszeit erhöht das Risiko für Herzerkrankungen und Krebs. Forscher konnten die Stundenzahl sogar exakt angeben, ab der sich das Risiko stark erhöht. mehr »

Ausschuss reißt Frist des Gesetzgebers

Das neue Qualitätsmaß für Pflegeheime gerät in Verzug. Eine Studie bietet eine Alternative an. mehr »

Jeder dritte Demenz-Fall vermeidbar

Finge die Demenz-Prävention bereits in der Kindheit an, könne die Krankheit bei einem Drittel aller Erwachsenen verhindert werden – so eine Studie. mehr »