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Ärzte Zeitung, 18.02.2009

Asthmaschulungen für Kinder gefragt, aber schlecht honoriert

Interdisziplinäre Patientenschulungen für Kinder mit Asthma werden im Norden stark nachgefragt. Unverständlich ist für Ärzte und Therapeuten, dass sie bundesweit am schlechtesten honoriert werden.

Von Dirk Schnack

Asthmaschulungen für Kinder gefragt, aber schlecht honoriert

Asthmaschulungen für Kinder werden in Norddeutschland gut angenommen. Mit der Honorierung sind die Ärzte aber unzufrieden.

Foto: Podfoto©www.fotolia.de

RENDSBURG. Nur Ärzte mit Trainerzertifikat, einem interdisziplinären Schulungsteam und bestimmten räumlichen Voraussetzungen können Schulungen für Kinder mit Asthma bei der Krankenkasse abrechnen.

Diese Anforderungen erfüllen im Norden nur wenige Kinderärzte und Kinder- und Jugendlichenpsychiater. Denn neben einem Gruppenraum, in dem 25 Personen Platz finden, müssen die Ärzte unter anderem ein viertägiges Seminar an einer AsthmaAkademie, eine Hospitation und eine Supervision vorweisen. Hinzu kommt der Aufwand, die interdisziplinären Schulungen mit Pädagogen und Physiotherapeuten abzuklären und nahezu altersgleiche Gruppen zusammenzustellen.

"Das ist neben dem Praxisalltag eine Herausforderung, die für viele nicht zu meistern ist", sagt Kinder- und Jugendpsychiaterin Dr. Kathrin van Heeck. Sie befürchtet, dass sich die bestehende Gruppe im Norden künftig eher verringert. Denn das Honorar bietet nach Einschätzung der Pressesprecherin der Arbeitsgemeinschaft Asthmaschulung Schleswig-Holstein keinen Anreiz, den Aufwand für die Zertifizierung zu betreiben. Die Einzelschulungen werden von den Ersatzkassen im Norden derzeit mit 19 Euro je Kind honoriert, während Mecklenburg-Vorpommern 22,50 Euro und Bayern 25 Euro zahlt. Andere Bundesländer, die auf gleichem Niveau wie Schleswig-Holstein zahlen, erlauben mehr als die dortige Höchstzahl von sieben Teilnehmern, so dass das Gesamthonorar besser ausfällt.

Auch die AOK schneidet im bundesweiten Vergleich schlecht ab. In Schleswig-Holstein werden je Gesamtkurs 560 Euro gezahlt, im Nachbarland Mecklenburg-Vorpommern 675 Euro, in Bayern sogar 750 Euro.

Ärzte und Therapeuten im Norden drängen schon seit Sommer 2008 auf Nachbesserungen, bislang ohne Erfolg. Jetzt hofft van Heek auf Gespräche mit Krankenkassen und Kassenärztlicher Vereinigung. Die Vertragsverhandlungen sind erschwert, weil die Schulungen im DMP Asthma integriert sind. Allerdings hat die Kombination mit dem DMP auch zu einem deutlichen Anstieg der Schulungsteilnehmer geführt.

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