Ärzte Zeitung online, 09.03.2009

Hoppe: "Mindestens eine Milliarde Euro mehr"

BERLIN (dpa). Der Präsident der Bundesärztekammer, Professor Jörg-Dietrich Hoppe, hat Neuverhandlungen über die Honorare für niedergelassene Ärzte verlangt. "Das Ganze muss eigentlich neu aufgerollt werden", sagte Hoppe am Montag im Deutschlandfunk.

Die niedergelassenen Mediziner bräuchten mindestens 1 bis 1,5 Milliarden Euro mehr Geld. Die zusätzlichen Mittel in Höhe von 3 Milliarden Euro seien 2008 schon zur Hälfte verbraucht worden. Für dieses Jahr gebe es "effektiv sogar ein Minus".

Hoppe kritisierte zugleich, dass Ärzte als Reaktion manche Patienten nur noch gegen Vorkasse behandelten. "Das ist mit der gegenwärtigen Rechtsordnung nicht vereinbar", betonte der Bundesärztekammerpräsident. Seine Organisation habe aber keine Handhabe, dagegen vorzugehen. Dies müssten die Kassenärztlichen Vereinigungen mit Disziplinarverfahren oder Staatsanwaltschaften machen.

Mit der Honorarreform zum 1. Januar 2009 sollte das Vergütungssystem für niedergelassene Ärzte vereinfacht werden. Außerdem wurden den Medizinern von den Krankenkassen rund 3 Milliarden Euro mehr an Honoraren (Vergleichsjahr 2007) zugewiesen. Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) hatte am Sonntag eingeräumt, dass es in einzelnen Regionen und auch in einzelnen Arztgruppen Probleme mit der Honorarreform gebe.

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