Ärzte Zeitung, 12.03.2009

EU-Projekt zur multikulturellen Pflegeausbildung

GELSENKIRCHEN (akr). Das Gelsenkirchener Institut Arbeit und Technik koordiniert ein EU-Projekt zur Pflegeausbildung, mit dem eine höhere Sensibilität des medizinischen Personals für kulturelle Unterschiede von Patienten erreicht werden soll.

An dem Projekt nehmen Partner aus der Bundesrepublik, aus Rumänien, der Türkei und Polen teil. Bei der Versorgung von Patienten würden kulturelle Unterschiede und soziale Umstände zu wenig berücksichtigt, kritisiert Gesundheitsökonom Stephan von Bandemer. Unterschiedliche Vorstellungen von Krankheit und Gesundheit, Präferenzen von Patienten und Werte der verschiedenen Zielgruppen müssten bei der Planung von Angeboten berücksichtigt werden.

In Deutschland sei der Gesundheitszustand von Migranten im Vergleich zur übrigen Bevölkerung deutlich schlechter. "Um mehr 'Kunden‘ der Gesundheitsversorgung zu erreichen, wäre es notwendig, die Angebote systematisch auf die sozio-kulturellen Bedürfnisse auszurichten", sagt von Bandemer.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Langes Arbeiten kann tödlich sein

Eine lange Wochenarbeitszeit erhöht das Risiko für Herzerkrankungen und Krebs. Forscher konnten die Stundenzahl sogar exakt angeben, ab der sich das Risiko stark erhöht. mehr »

Ausschuss reißt Frist des Gesetzgebers

Das neue Qualitätsmaß für Pflegeheime gerät in Verzug. Eine Studie bietet eine Alternative an. mehr »

Jeder dritte Demenz-Fall vermeidbar

Finge die Demenz-Prävention bereits in der Kindheit an, könne die Krankheit bei einem Drittel aller Erwachsenen verhindert werden – so eine Studie. mehr »