Ärzte Zeitung online, 26.03.2009

Ulla Schmidt macht bei Hausarztverträgen Druck

BERLIN (dpa). Trotz Gegenwinds aus mehreren Ländern verlangt Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) von den Krankenkassen den Abschluss besonderer Hausarztverträge.

"Das ist ein Gesetz", betonte Schmidt am Donnerstag in Berlin. Die Versicherten sollten besser versorgt werden. Die stärkere Bindung an den Hausarzt soll jedoch für die Versicherten freiwillig sein. Mehrere Länder wollen die Pflicht der gesetzlichen Kassen, an den Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) vorbei bis zum Sommer Hausarztverträge abzuschließen, wieder abschaffen. Dies könnte die Stellung der KVen stärken, die im Streit um die Ärztehonorare derzeit stark unter Druck stehen. Die KVen hatten bislang ein Monopol bei den Verhandlungen über die Bezahlung der Ärzte. Schmidt forderte, die Wirkung des Gesetzes erst einmal abzuwarten. Über die Erfolgsaussichten der Kritiker im Bundesrat wollte sie keine Prognose abgeben.

Der Vorsitzende des Deutschen Hausärzteverbandes, Ulrich Weigeldt, sagte, der Verband strebe Abschlüsse mit den Kassen nach Beispiel des baden-württembergischen Hausärztevertrags mit der AOK an. Der Verband sieht seine Stellung stark genug für Verträge in allen Regionen Deutschlands. Den Ärzten werde eine Pauschale von 65 Euro pro Patient für das ganze Jahr bezahlt. Bei weiteren Behandlungen, für Chroniker sowie Wochenendeinsätzen kommen weitere Pauschalen und Zuschläge hinzu. Für die Behandlung Älterer und Patienten mit mehreren Krankheiten solle mehr Zeit eingeräumt werden.

Der Ersatzkassenverband vdek hatte sich im Namen von 24 Millionen Versicherten seiner Kassen unzufrieden mit bisherigen Verhandlungen mit dem Hausärzteverband gezeigt. Er forderte neue Vorschläge.

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