Ärzte Zeitung online, 27.03.2009

Tarifvertrag gilt jetzt auch für forschende Ärzte

LEIPZIG (chb). Der Tarifvertrag für Ärzte an Universitätskliniken gilt jetzt auch für Mediziner, die vorübergehend in Forschung und Lehre tätig sind sowie für Ärzte an Justizvollzugskrankenhäusern. Das hat der Marburger Bund mit der Tarifgemeinschaft der Länder vereinbart.

Bislang waren in der Forschung tätige Ärzte gegenüber den Kollegen in der Patientenversorgung deutlich schlechter gestellt. Das konnte nach Angaben des MB aus dem vergangenen Herbst bei Assistenzärzten zu Gehaltsunterschieden bis zu 10 000 Euro und bei Oberärzten von bis zu 25 000 Euro pro Jahr führen.

Geeinigt haben sich die Tarifpartner auch darauf, dass zum 1. Januar 2010 die Gehälter der Ärzte in Ostdeutschland auf Westniveau angehoben werden. Zudem sollen die Gehälter der Universitätsärzte zum 1. Mai 2009 um 3,8 Prozent steigen und am 1. August 2010 um weitere 1,2 Prozent. Gefordert hatte der Marburger Bund ursprünglich neun Prozent mehr Gehalt sowie höhere Zuschläge für Überstunden und Nachtarbeit. Zur Aufnahme von Betriebsärzten an Universitätskliniken in den Tarifvertrag wurden weitere Verhandlungen vereinbart.

In einer ersten Stellungnahme bedauerte der MB-Vorsitzende Rudolf Henke, dass es nicht gelungen sei Ost- und Westgehälter mit sofortiger Wirkung anzugleichen. Das sei an der ablehnenden Haltung der Arbeitgeber gescheitert. Der Vetrag gilt bis zum 30. Juni 2011.

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