Ärzte Zeitung, 02.04.2009

Mehr als einen Döner gibt's für Ärzte nicht

Medi-Verbund will durch einen Spot in Berliner U-Bahnen über Honorare aufklären

BERLIN (ami). Mit einem provokativen Spot im Berliner U-Bahn-Fernsehen protestiert der Medi Verbund Berlin gegen die Honorarreform.

U-Bahn-Info in Berlin: Was ist eine Behandlung wert?

Foto: Medi

Der Spot ist derzeit eine Woche lang und Ende April nochmals eine Woche in den U-Bahnen der Hauptstadt zu sehen. Zugleich hat der Verbund seine Mitglieder mit Praxisplakaten ausgestattet. Darauf ist eine Zapfsäule zu sehen, bei der die Kapazität der in diesem Quartal noch zu behandelnden Patienten heruntergezählt wird.

Der Verbund kritisiert damit die Systematik der Regelleistungsvolumina. "Das Chaos wird vergrößert. Es wird immer unübersichtlicher", sagt Medi-Berlin-Chef Dr. Wolfgang Mitlehner. Die Ärzte würden mit den quartalsweise schwankenden RLV auf eine Achterbahnfahrt geschickt. Mitlehner spricht von einer Destabilisierung der ärztlichen Vergütung. Jedes Quartal sehe sich eine andere Ärztegruppe benachteiligt.

"Die Kassenärztliche Bundesvereinigung hat meines Erachtens nur eine Möglichkeit, und das ist die Abkehr vom Sachleistungsprinzip und die Hinkehr zur Einzelleistungsabrechnung", so der Medi-Berlin-Chef.

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Wolfgang Mitlehner (31)
[03.04.2009, 07:40:41]
Dr. Matthias Schreiber 
Schreiber Matthias
Der Plakattext "Wollen Sie für eine Curry und einen Döner behandelt werden?" ist ein exemplarisches Beispiel dafür, dass die Ärzte ihre Würde verloren haben.
Das Volk macht schon Witze: " Echt toll die Ärzte. Bei denen bekommt man jetzt eine Currywurst und einen Döner, wenn man sich dort behandeln läßt". zum Beitrag »

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