Ärzte Zeitung online, 24.06.2009

Effizientere medizinische Versorgung gefordert

ERFURT(dpa). Für eine effizientere medizinische Versorgung hat sich der Jenaer Professor Jochen Gensichen ausgesprochen. "Bisher geht jeder Deutsche im Schnitt 14 Mal pro Jahr zum Hausarzt. Das können wir uns nicht mehr leisten", sagte er zu Beginn der Gesundheitsministerkonferenz der Länder am Dienstag in Erfurt.

"Ziel muss sein, dass die Menschen seltener zum Arzt gehen, dort aber eine höherwertige Behandlung erfahren." Die Gesundheitsministerkonferenz beschäftigt sich bis Donnerstag unter anderem mit dem weiteren Vorgehen bei der Schweingrippe, der Prävention bei Spielsucht und besseren Abrechnungsmöglichkeiten für Hebammen.

   Eine wichtige Rolle kommt nach Ansicht von Gensichen den Hausärzten zu. Zurzeit würden Patienten häufig ohne Konzept von einem Facharzt zum anderen geschickt. "Das untergräbt das Vertrauen in das Gesundheitssystem." Der Hausarzt müsse sich als direkter Ansprechpartner und Führer des Patienten verstehen. Vorbildlich sei die Bildung von Praxisnetzen, bei denen Haus- und Fachärzte Hand in Hand zusammenarbeiteten.

Topics
Schlagworte
Berufspolitik (16841)
Personen
Jochen Gensichen (28)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Mehr Metastasen

Immer mehr Männer mit Prostatakrebs in den USA haben schon bei der Diagnose Metastasen. Ihr Anteil hat sich fast verdoppelt. Auch die Inzidenz solcher Tumoren nimmt zu. mehr »

Deutsches Defizit

Diabetes-Prävention, Strategien gegen Polypharmazie, digitale Versorgungsangebote: Neue Initiativen gibt es zuhauf. Doch Patienten müssen davon wissen. Genauo daran hapert es aber. mehr »

"Einfache Ersttherapie ist für fast alle Patienten möglich"

Die antiretrovirale Therapie ist bei neu diagnostizierter HIV-Infektion stets angezeigt, und zwar unabhängig vom Stadium der Infektion oder der Helferzellzahl. mehr »