Ärzte Zeitung online, 27.08.2009

Ärztepräsident Hoppe fordert Schritte gegen Ärztemangel

BERLIN (dpa). Der Präsident der Bundesärztekammer, Jörg-Dietrich Hoppe, hat von der nächsten Bundesregierung energische Schritte gegen den Ärztemangel gefordert. Er erwarte, dass die Politik die demografische Entwicklung und den künftigen ärztlichen Versorgungsbedarf mit Vorrang aufgreife, sagte Hoppe am Donnerstag bei einem Symposium in Berlin. Die Forderungen der Ärzte müssten auch Eingang in den neuen Koalitionsvertrag finden.

"Wir müssen den Weg in den Arztberuf wieder frei machen", forderte Hoppe. Dabei genüge es nicht, das Problem "einfach auf eine Erhöhung der Studienplatzzahlen zu reduzieren". Es bestehe die Gefahr, dass "bald ein so gravierender Ärztemangel" entsteht, "dass die Versorgung in Teilen einbricht".

Bis zum Jahr 2017 gehen nach einem Bericht der Tageszeitung "Die Welt" (Donnerstag) voraussichtlich mehr als 75 000 Ärzte in den Ruhestand. "Viele von ihnen werden zukünftig keinen Nachfolger mehr finden, wenn sich an den aktuellen Bedingungen nicht zeitnah etwas ändert", sagte Hoppe. Mit der weiter steigenden Lebenserwartung der Menschen wachse auch die Inanspruchnahme der Ärzte und damit deren Arbeitsbelastung.

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