Ärzte Zeitung online, 03.09.2009

Eine Milliarde Euro mehr für Kassenärzte - ein Plus von 3,7 Prozent

BERLIN (dpa/eb). Nach dem deutlichen Honorarzuwachs in diesem Jahr sollen Deutschlands Ärzte im kommenden Jahr noch einmal rund eine Milliarde Euro mehr erhalten. Das Gesamthonorar für die rund 150 000 Kassenärzte und Psychotherapeuten steige damit auf etwa 32 Milliarden Euro.

Eine Milliarde Euro mehr für Kassenärzte - ein Plus von 3,7 Prozent

Foto: Bilderbox

Diese Ergebnisse teilten die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung am Mittwoch nach mehr als sechsstündigen Verhandlungen in Berlin mit. In diesem Jahr war das Honorar von rund 29 Milliarden Euro 2008 auf mehr als 31 Milliarden gestiegen.

Insgesamt betrage das Plus 3,7 Prozent, berichtete KBV-Sprecher Roland Stahl. Der Kassenverband zeigte sich zufrieden, dass Ärzte für die Behandlung der Patienten mit ihren jeweiligen Erkrankungen nicht mehr Honorar erhalten sollen. Allerdings müssten mehr Menschen behandelt werden, weil in der alternden Gesellschaft die Menschen häufiger krank würden, so Sprecher Florian Lanz. Die KBV hatte dem Vernehmen nach auch eine höhere Bezahlung der Behandlungen und Diagnosen gefordert, sich den Darstellungen zufolge damit aber im Wesentlichen nicht durchsetzen können.

Die Erhöhung wurde im entscheidenden Gremium, dem Erweiterten Bewertungsausschuss, beschlossen. Der Zuwachs um eine Milliarde Euro auf Kosten der Kassen bedeutet, dass die Beitragszahler rechnerisch mit rund 0,1 Prozentpunkten mehr belastet werden. Dies dürfte in die offizielle Schätzung für die Krankenversicherung im kommenden Jahr einfließen, die Anfang Oktober ansteht.

Kassen und Ärzte werteten das Resultat unterschiedlich. Lanz sagte: "Das Ergebnis ist ein angemessener Kompromiss, der den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ebenso gerecht wird wie dem medizinischen Bedarf der Patientinnen und Patienten."

Stahl hingegen zeigte sich skeptisch: "Ob der Bedarf gedeckt wird, muss sich noch erweisen." KBV-Chef Andreas Köhler hatte vor den Schlussverhandlungen gesagt: "Wir wollen nicht immer nur mehr Geld, aber wir wollen ein gutes Geld für eine gute Leistung."

In diesem Jahr hat die umstrittene Honorarreform nach bisher vorliegenden Zahlen zwei von drei Praxisärzten in Deutschland teils deutlich höhere Einkommen gebracht. Im Schnitt verdienten die Ärzte im ersten Quartal 7,8 Prozent mehr als im Vorjahresquartal.

Gewinne und einzelne Verluste sind aber nach Arztgruppen und Regionen unterschiedlich verteilt. Unterm Strich verloren haben die Mediziner Baden-Württembergs. Trotz des erklärten Ziels der KBV, hier Stützungsregeln einzuführen, sei darüber kein Beschluss gefasst worden, sagte Stahl.

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