Ärzte Zeitung, 10.09.2009

Kommentar

Deutschland, uneinig Ärzteland

Von Florian Staeck

Sprunghaftigkeit kann man den Ärzten in Deutschland nicht vorwerfen: Ihre programmatischen Positionen zur Gesundheitspolitik sind weitgehend konstant. Doch es gibt wichtige Ausnahmen. Und diese Uneinigkeit dürfte die berufspolitische Schlagkraft der Ärzteverbände auch künftig mindern.

Das zeigt die aktuelle Untersuchung der Allianz Deutscher Ärzteverbände. Unverändert prägt Skepsis die Grundhaltung vieler Ärzte: Der Trend zur Zweiklassenmedizin werde zunehmen, Wartezeiten wachsen.

Erstaunlich heterogen werden die Positionen, wenn es im engeren Sinne um die eigene berufspolitische Zukunft geht. Beispiel: eine einheitliche Gebührenordnung für GKV und PKV. Fast 44 Prozent der Hausärzte sagen, dies sei eine sinnvolle Sache. Genau der gleiche Anteil behauptet das Gegenteil.

Ähnlich sieht es bei dem besten Weg der Abrechnung von Leistungen aus: Im Bundesschnitt knapp 36 Prozent der Befragten votieren dafür, die KV solle diesen Job weiter machen. Dabei ist die Zustimmung zur KV bei Ärzten im Osten fast doppelt so hoch wie im Westen. 38 Prozent votieren für die direkte Abrechnung mit dem Patienten. Was machen Politiker mit diesem heterogenen Ergebnis? Sie werden die Dinge so belassen, wie sie sind.

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