Ärzte Zeitung, 16.09.2009

Gynäkologen in Rheinland-Pfalz sind erbost über RLV von 10,90 Euro

Von Christiane Badenberg

Der Berufsverband der Frauenärzte überlegt, seinen Mitgliedern zu empfehlen, Patientinnen früh in Kliniken einzuweisen.

MAINZ. Die rheinland-pfälzischen Gynäkologen sehen durch die Entwicklung des Regelleistungsvolumens für ihre Fachgruppe die Existenz gefährdet und wollen ihre Patientinnen deshalb verstärkt zur Behandlung ins Krankenhaus einweisen. Sie haben sich wegen ihrer bedrohlichen Situation unter anderem mit einer Resolution an KBV-Chef Dr. Andreas Köhler und den Vorstand der KV Rheinland-Pfalz gewandt.

Das RLV für die Gynäkologen beträgt im vierten Quartal dieses Jahres nur noch 10,90 Euro. Das ist nach Angaben des Landesberufsverbandes der Frauenärzte das niedrigste RLV im gesamten Bundesgebiet. Damit werde noch nicht einmal die gynäkologische Grundpauschale abgedeckt. Viele Erkrankungen wie zum Beispiel Endometriose, Inkontinenz, Adnexitis oder Sterilität könnten deshalb, wie die Tumornachsorge, nicht mehr ambulant erbracht werden. Der Landesberufsverband der Frauenärzte werde deshalb seinen Mitgliedern zur Wahrung der Patientensicherheit eine frühzeitige stationäre Einweisung zur Abklärung oder Behandlung empfehlen, heißt es in einem Schreiben an den KV-Vorstand.

In einer einstimmig verabschiedeten Resolution, die an KBV-Chef Köhler übersandt wurde, fordern die Teilnehmer des 16. rheinland-pfälzischen Gynäkologentages eine Änderung des Vergütungssystems und die Einführung eines bundeseinheitlichen RLV im nächsten Jahr. Außerdem wollen sie erreichen, dass wie bei den Hausärzten qualifizierte Einzelleistungen separat vergütet werden. Besonders aufwendige Untersuchungs- und Behandlungsmethoden könnten nicht für 10,90 Euro erbracht werden. Dazu zählen die Gynäkologen unter anderem den Vaginalschall, die Mamma-Sonografie oder die onkologische Nachsorge.

Lesen Sie dazu auch:
Gynäkologen protestieren in Berlin gegen RLV von elf Euro

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Was neue Onkologika den Patienten tatsächlich bringen

Ist das Glas halb voll oder halb leer? Neue Onkologika haben die Überlebenszeit von Krebspatienten in den vergangenen zwölf Jahren im Schnitt um 3,4 Monate verlängert. Dieser Vorteil geht oft zulasten der Sicherheit. mehr »

Kassen und KBVdrücken aufs Tempo

Bisher trat die Selbstverwaltung bei der Digitalisierung eher als Bremser auf. Bei den Formularen geben KBV und Kassen jetzt Gas: Im Juli kommt der digitale Laborauftrag. mehr »

"Weiterbildung auch mit Kind zügig möglich - im Verbund!"

Eine strukturierte Weiterbildung, die auch mit Elternzeit nur sechs Jahre dauert? Das ist möglich, sagt Dr. Sandra Tschürtz. Die angehende Allgemeinmedizinerin steht vor ihrer Facharztprüfung – und blickt für die "Ärzte Zeitung" auf ihre Zeit in einem Weiterbildungsverbund zurück. mehr »