Ärzte Zeitung, 29.09.2009

Sechs Ärzte mit Mandat für die kommenden vier Jahre

Sechs Ärzte mit Mandat für die kommenden vier Jahre

Von Rebecca Beerheide

MB-Chef Rudolf Henke und Ursula von der Leyen dürften die bekanntesten Ärzte im Bundestag sein.

BERLIN. Wenn der 73 Jahre alte ehemalige Bundesforschungsminister Dr. Heinz Riesenhuber (CDU) demnächst als Alterspräsident den 17. Deutschen Bundestag eröffnet, dann sitzen auch sechs Humanmediziner, drei Tierärzte und ein Zahnarzt unter der Kuppel des ehemaligen Reichstagsgebäudes.

Bekanntester Arzt im Bundestag ist der Vorsitzende des Marburger Bundes, Rudolf Henke (CDU), der den Wahlkreis Aachen im direkten Duell mit Ulla Schmidt gewonnen hat (wir berichteten). Direkt gewählt wurde auch Dr. Helge Braun (CDU) im Wahlkreis Gießen. Über die Landesliste ihrer Parteien erhielten der Arzt und Grünenpolitiker Dr. Harald Terpe aus Rostock sowie die Ärztin Dr. Eva Marlies Volkmer (SPD) aus Dresden einen Sitz im Bundestag. Ebenfalls über die Landesliste kam der Vorsitzende der Liberalen Ärzte, Dr. Erwin Lotter, wieder in den Bundestag. Im Wahlkreis Augsburg-Land stimmten rund 11,5 Prozent für ihn.

Die Bundesfamilienministerin der großen Koalition, Ursula von der Leyen, hat ihren Wahlkreis Hannover II zwar nicht gewonnen. Als Spitzenkandidatin der niedersächsischen CDU zieht die Ärztein aber über die Landesliste in den Bundestag ein. Direkt gegeneinander traten im Wahlkreis Goslar/Northeim/Osterode der CDU-Politiker und Anästhesist Dr. Hans-Georg Faust gegen den SPD-Politiker und Tierarzt Dr. Wilhelm Priesmeier an. Priesmeier bekam rund 5600 Stimmen mehr als Faust und gewann so zum dritten Mal das Direktmandat. Faust hat auch über die Landesliste keine Chance auf einen Platz im Bundestag.

In Niedersachsen gab es noch eine weitere Überraschung. Der SPD-Rechtsexperte Joachim Stünker, der die Grundlage zum heftig umstrittenen Gesetz zur Patientenverfügung ausgearbeitet hat, wird nicht mehr im Bundestag sitzen. Ihm fehlten 682 Stimmen, so dass CDU-Konkurrent Andreas Mattfeldt das Rennen machte. Auch die Patientenbeauftragte der Bundesregierung, die SPD-Politikerin Helga Kühn-Mengel, gewann ihren Wahlkreis nicht, ebenso SPD-Familienpolitikerin Kerstin Griese. Mit den Listenplätzen 19 und 14 in NRW haben beide keine Chance auf ein Mandat. Ihre Partei-Kollegin Christel Humme, ebenfalls Familienpolitikerin, hat ihren Wahlkreis mit 40,9 Prozent gewonnen. In ihrem Wahlkreis Ennepe-Ruhr trat auch der Arzt und FDP-Politiker Dr. Konrad Schily an, der zehn Prozent der Erststimmen erhielt, aber nicht auf der FDP-Landesliste stand (wir berichteten). Auch der indisch-stämmige Arzt Ravindra Gujjula, der für die SPD in Brandenburg antrat, hat kein Direktmandat gewonnen. Er kam in seinem Wahlkreis hinter den Linken und der CDU nur auf den dritten Platz.

Aus der Landes- in die Bundespolitik wechselt die derzeitige brandenburgische SPD-Gesundheitsministerin Dagmar Ziegler. Sie hat ihren Wahlkreis mit 32,1 Prozent knapp vor den Linken gewonnen.

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