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Ärzte Zeitung, 26.10.2009

Zu wenig Zeit für die Weiterbildung junger Ärzte

DGIM: DRG-Mittel sollen auch Fortbildung finanzieren

WIESBADEN (ner). Kritik an den Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten von Ärzten haben Vorstandsmitglieder der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) geübt. So fehle gerade jungen Kollegen die notwendige Zeit dafür. Gefordert wurden zudem Instrumente, um den Fortbildungsbedarf bei Ärzten zu ermitteln.

Zu wenig Zeit für die Weiterbildung junger Ärzte

Schon genug gelernt?

Foto: photoCD©www.fotolia.de

Angesichts der Arbeitsbelastung in deutschen Kliniken stehe zu wenig Zeit für die Weiter- und Fortbildung zur Verfügung, sagte der ehemalige DGIM-Präsident Professor Ulrich R. Fölsch aus Kiel. Umfragen hätten ergeben, dass weniger als 50 Prozent der Ärzte in Weiterbildung pro Woche ein Weiterbildungsgespräch führten, an Krankenhäusern der Regelversorgung seien es deutlich weniger als 40 Prozent, so Fölsch in Wiesbaden. Man brauche mehr Zeit und Geld, welches letztlich über die DRG's von den Krankenkassen zur Verfügung gestellt werden müsse.

Die DGIM fordert außerdem eine gezielte Versorgungsforschung und Feedback-Systeme, um zu ermitteln, ob wesentliche Informationen, etwa aus Leitlinien, oder neue Erkenntnisse, auch tatsächlich umgesetzt werden. "Die Versorgungsforschung ist an dieser Stelle rudimentär", so Professor Reinhard Griebenow aus Köln, Fortbildungsbeauftragter der Ärztekammer Nordrhein.

Bereits möglich sei die Auswertung von Daten zum Beispiel aus den Disease Management Programmen (DMP). So wertet die Gemeinsame Einrichtung der KV Nordrhein, der gesetzlichen Kassen und der Krankenhausgesellschaft für jede registrierte DMP-Praxis aus, wie sich zum Beispiel Blutdruckwerte entwickelt haben, wie viele Patienten an Schulungen teilnehmen oder welche Medikamente wie oft verordnet worden sind. Jeder teilnehmende Arzt kann anhand des Feedback-Berichts seine individuellen Behandlungserfolge einschätzen und mit anderen Praxen vergleichen.

Hinzu kommen bei DMP wie koronare Herzkrankheit, Typ-2-Diabetes oder COPD ein halbjährlicher Expertenbericht zur jeweiligen chronischen Erkrankung sowie Literaturhinweise. Beantworten Ärzte noch Fragen zu dem Bericht, können sie außerdem CME-Punkte sammeln. Das ermöglicht laut Griebenow ein individuelles Bench-Marking für den Arzt sowie Fortbildung nah am Praxisalltag.

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