Ärzte Zeitung, 02.12.2009

Hausärzte in Bayern halten nichts von Priorisierungs-Debatte

Der Bayerische Hausärzteverband (BHÄV) schreibt sich in seinen "Politischen Leitsätzen" den "Erhalt des solidarischen Gesundheitswesens" auf die Fahnen.

MÜNCHEN (fst). Patienten müssten "alle diagnostischen und therapeutischen Leistungen" erhalten, die für ihre Gesundung oder Linderung von Leiden erforderlich seien, heißt es in den Leitsätzen.

Scharf grenzt sich der BHÄV von der Bundesärztekammer ab, die mehrfach versucht hat, eine Diskussion über Priorisierung im Gesundheitswesen anzuregen. Diese habe "in der hausärztlichen Grundversorgung keinen Platz". Auch die Kostenerstattung lehnt der Verband ab, da dies den "barrierefreien Zugang" zu Hausärzten behindere.

Den KVen solle der Körperschaftsstatus entzogen werden, fordert der BHÄV. Hausärzte könnten den Sicherstellungsauftrag "ohne Weiteres zusätzlich übernehmen". Durch Bundes- und Landesärztekammern sieht sich der Verband "entmündigt".

Daher sollten alle Vorgaben zur Weiterbildung im Fach Allgemeinmedizin und für den Erwerb von Zusatzqualifikationen künftig allein von der Delegiertenversammlung des Deutschen Hausärzteverbandes getroffen werden. So habe es beispielsweise 30 Jahre gedauert, bis der Facharzt für Allgemeinmedizin Voraussetzung für die Tätigkeit als Hausarzt wurde. Das habe die "Qualität der hausärztlichen Versorgung gefährdet".

Topics
Schlagworte
Berufspolitik (17546)
Organisationen
Bundesärztekammer (3942)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Medikamente auch einmal beherzt absetzen!

Viele Ärzte scheuen sich, Medikamente abzusetzen - obwohl sie wissen, dass dies Patienten oft hilft. Neuseeländische Wissenschaftler haben zwei paradoxe Gründe dafür gefunden. mehr »

Geht's auch etwas modischer in der Klinik?

Unsere Bloggerin Dr. Jessica Eismann-Schweimler hat Verständnis für die Klinik-Kleidungsvorschriften. Doch mit ein klein wenig Fantasie könnte man auch den unvermeidlichen Kasack hübscher gestalten, meint sie. mehr »

Sport im Alter schützt vielleicht vor Demenz

Dass Sport nicht Mord bedeutet, wissen Forscher schon lange. Jetzt haben Alters- und Sportwissenschaftler messen können, wie Sport das Gehirn im Alter verändert. Dient Fitness als Demenzprävention? mehr »