Ärzte Zeitung online, 07.01.2010

Zahl freier Arztsitze seit 2003 rückläufig

KBV-Daten können generellen und zunehmenden Ärztemangel nicht bestätigen

NEU-ISENBURG (HL). Ärztemangel in Deutschland ist weder ein globales noch ein sich generell verschärfendes Problem, wie man angesichts der öffentlichen, auch von ärztlichen Organisationen geführten Diskussion vermuten könnte. Insgesamt sinkt die Zahl der offenen Arztsitze.

Bei längerfristiger Betrachtung zeigt sich: Die Zahl der offenen Arztsitze sinkt, und zwar auch bei Hausärzten. Die Fakten, so wie sie aus der Statistik "KBV-Grunddaten" hervorgehen: Anfang 2003 waren für Hausärzte 2900 freie Arztsitze gemeldet, am Jahresbeginn 2009 waren es noch 2030 freie Hausarztsitze. Das ist ein Rückgang um 30 Prozent.

Noch kräftiger fiel der Rückgang freier Sitze bei den Psychotherapeuten aus: 2003 gab es noch einen ungedeckten Bedarf von 2490 Therapeuten - und der hat sich bis Anfang vergangenen Jahres auf 1260 nahezu halbiert.

Aufklären konnte die KBV auf Nachfrage der "Ärzte Zeitung", warum die Zahlen zu offenen Arztsitzen für die meisten Arztgruppen 2008 und 2009 identisch sind (wir berichten). Danach handelt es sich nicht um absolut präzise Zahlen, sondern um Auf- und Abrundungen in Fünfer-Schritten.

Das heißt: Die KBV-Statistik ist näherungsweise zutreffend. Außerdem: Bei der Zahl freier Arztsitze gibt es zwischen 2008 und 2009 nur marginale Unterschiede, die bei Auf- und Abrundungen meist nicht mehr sichtbar sind.

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