Ärzte Zeitung, 14.01.2010

Klinikarzt Mischo ist neuer Kammerpräsident im Saarland

Der ärztliche Direktor des Kreiskrankenhauses St. Ingbert, Dr. Josef Mischo, ist zum neuen Präsidenten der Landesärztekammer Saarland gewählt worden.

Von Andreas Kindel

Klinikarzt Mischo ist neuer Kammerpräsident im Saarland

Löst Amtsvorgänger Gadomski ab: Dr. Josef Mischo aus St. Ingbert. © Ärztekammer des Saarlandes

SAARBRÜCKEN. Die Ärztekammer des Saarlandes wird damit erstmals von einem Krankenhausarzt geführt. Der 55-jährige Chirurg Dr. Josef Mischo setzte sich bei der Vertreterversammlung am Mittwoch im zweiten Wahlgang gegen den Hausärzte-Kandidaten Dr. Eckart Rolshoven und den Vorsitzenden des saarländischen Facharztforums, Dr. Dirk Jesinghaus, durch. Für Mischo stimmten 37 Vertreter, Rolshoven erhielt 16, Jesinghaus zwölf Stimmen. Mischo tritt die Nachfolge des bisherigen Kammer-Chefs Dr. Franz Gadomski an, der nach Betrugsvorwürfen in Dezember zurückgetreten war. Der 67-Jährige hat auch sein Mandat in der Vertreterversammlung der Kammer niedergelegt. Gegen Gadomski ermittelt die Staatsanwaltschaft. Ihm wird vorgeworfen, Vorsorge-Untersuchungen zu oft abgerechnet zu haben.

Josef Mischo war bei der Kammer-Wahl im vergangenen Jahr als Spitzenkandidat der "Unabhängigen Liste saarländischer Krankenhausärzte" ins Rennen gegangen und zunächst Vize-Präsident der Kammer geworden. Nach dem Rücktritt von Franz Gadomski hatte er die Kammer plötzlich führen müssen und für seine ruhige und besonnene Art viel Lob erhalten.

Mit dem neuen Präsidenten wird bei der Saar-Ärztekammer auch ein neuer Führungsstil einziehen. "Ich verstehe mich als Primus inter Pares", erklärte der 55-Jährige und warb auch bei seinen Skeptikern um Mitarbeit. "Ich brauche auch die Kreativen und die Kritiker", sagte Mischo.

Als eine seiner ersten Aufgaben nannte der neue Kammer-Chef die Reform des Versorgungswerks. Die Altersversorgung müsse auch an der Saar der demografischen Entwicklung angepasst werden. Geklärt werden müsse, was sich die Ärzteschaft leisten wolle und was nicht.

Die Hausärzte kamen bei der Neuwahl der Kammer-Spitze nicht zum Zuge. Ihr Kandidat Rolshoven fiel auch bei der Neuwahl des Vizepräsidenten durch und musste sich im zweiten Wahlgang dem Vize-Chef des Facharztforums Professor Harry Derouet geschlagen geben. Rolshoven ist aber weiter Beisitzer im Kammer-Vorstand. Der neue Kammer-Chef Mischo versicherte den niedergelassenen Ärzten, er wolle kein "Kliniker-Präsident" sein. Niedergelassene Haus- und Fachärzte bräuchten keine Sorge haben, dass ihre Belange in Zukunft zu kurz kämen. Die Probleme im niedergelassenen und im stationären Bereich seien doch ohnehin häufig die gleichen.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar:
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