Ärzte Zeitung, 17.03.2010

mb fordert bessere Vereinbarung von Beruf und Familie

WIESBADEN (ine). "Wir brauchen Konzepte gegen den Ärztemangel und kein punktuelles Herumdoktern", sagt Armin Ehl, Hauptgeschäftsführer des Marburger Bundes. In Kliniken gebe es derzeit 5000 unbesetzte Stellen, in der ambulanten Medizin 3000, so Ehl bei einer Diskussionsrunde des Vereins Gesundheitswirtschaft Rhein-Main e.V. in Wiesbaden.

Die Forderung nach mehr Studienplätzen allein sei keine Lösung. Ärzte müssten angemessen bezahlt und von Bürokratie entlastet werden. Arbeitgeber müssten sich zudem darauf einstellen, dass immer mehr Frauen den Arztberuf ergreifen. Derzeit, so Ehl, liege der Anteil der Medizinstudentinnen bei 61 Prozent. Geregelte Arbeitszeiten würden deshalb immer wichtiger. "Die Vereinbarung von Familie und Beruf wird vor allem in strukturschwachen Gebieten für Kliniken zu einem Standortfaktor", so Ehl.

Hauptursache für den zukünftigen Ärztemangel sei die Überalterung der Ärzteschaft. Bis 2017 werden mehr als 77 000 Ärzte 65 Jahre oder älter sein.

Lesen Sie dazu auch:
Mehr Köpfe in der Medizin - trotzdem herrscht Ärztemangel
Wohin mit Marie, wenn die Nachtschicht ruft?

Topics
Schlagworte
Berufspolitik (16861)
Organisationen
Marbuger Bund (1029)
Personen
Armin Ehl (30)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Körperlich aktive Kinder werden seltener depressiv

Bewegen sich Kinder viel, entwickeln sie in den kommenden Jahren seltener depressive Symptome. Viel körperliche Aktivität könnte daher präventiv wirken. mehr »

Generelle Landarztquote ist vom Tisch

Der Masterplan Medizinstudium 2020 ist in trockenen Tüchern. Länder können, müssen aber keine Zulassungsquote für Landärzte in spe festlegen. mehr »

Star Trek und die Ethik der Medizin

Ärztliche Fortbildung sind immer dröge Veranstaltungen? Eine Veranstaltung in Frankfurt ist der medizinethischen Wertewelt von Raumschiff Enterprise auf den Grund gegangen - und zeigt, was Ärzte aus der Serie lernen können. mehr »