Ärzte Zeitung, 16.04.2010

Kongressvorschau

Delegation - vom Zankapfel zum Modell

Eigentlich ist die Sache unspektakulär: Ärzte sollen Aufgaben an nicht-ärztliche Gesundheitsberufe abgeben. Es geht um Tätigkeiten wie Wunden versorgen, Magensonden legen, Infusionen wechseln. Der Klinikarzt oder niedergelassene Arzt kann solche oder andere Aufgaben delegieren - etwa an Pflegekräfte oder an Praxismitarbeiter. Was wie selbstverständlich klingt, sorgt unter Funktionären häufig für Streit. Denn es geht beim Thema Delegation um haftungsrechtliche Fragen, um Budgets und Personalschlüssel. Das Stückchen vom Kuchen, so die Angst vieler Berufspolitiker, könnte am Ende kleiner werden, wenn Aufgaben neu verteilt werden.

Praktiker indes sind weiter. So gibt es im stationären wie im ambulanten Bereich inzwischen etliche Delegationsprojekte, die funktionieren. Erste Erfahrungen dazu referieren beim Hauptstadtkongress Irene Maier, Pflegedirektorin am Uniklinikum in Essen, Professor Wolfgang Hoffmann, "geistiger Vater" des Arztentlastungsmodells AGnES, sowie Dieter Eichler, Landesbeauftragter des privaten Pflegeanbieters bpa in Mecklenburg-Vorpommern. Dr. Andreas Meyer-Falcke informiert über den neuen Gesundheitscampus NRW, an dem nicht-ärztliche Berufe für neue Aufgaben und Tätigkeiten fit gemacht werden sollen.

(hom)

Delegation oder Substitution? AGnES, VERAH und Co. - Ist Augenhöhe wirklich erreichbar?, Donnerstag, 6. Mai, 11.00 bis 12.30 Uhr.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Zahl der Behandlungsfehler stagniert

"Fehler passieren, auch in der Medizin. Aber die Wahrscheinlichkeit, dass Patienten durch einen Behandlungsfehler zu Schaden kommen, ist extrem gering." So lautete das Fazit von Dr. Andreas Crusius bei der Vorstellung der Behandlungsfehlerstatistik. mehr »

Naturvolk mit erstaunlich gesunden Gefäßen

In einer geradezu heroischen Studie haben US-Forscher Eingeborene der Amazonas-Region zur Calcium-Score-Messung in einen CT-Scanner geschoben. Noch nie wurde ein Volk mit so gesunden Arterien beschrieben. mehr »

Dann ist ein Hausbesuch abrechenbar

Die vollständige und vor allem korrekte Abrechnung der so genannten Leichenschau stellt Ärzte immer wieder vor Probleme. Beispielsweise stellt sich die Frage nach der eigenständigen Berechnung des Hausbesuchs. mehr »