Ärzte Zeitung online, 07.05.2010
Ärzte an kommunalen Kliniken streiken ab dem 17. Mai
BERLIN (sun). Die Ärzte an kommunalen Kliniken wollen ab dem
17. Mai ihre Arbeit niederlegen. In einer Urabstimmung der
Ärztegewerkschaft Marburger Bund (MB) stimmten 93 Prozent für
einen Streik, lediglich sieben Prozent waren dagegen (wie kurz berichtet). MB-Chef Rudolf Henke wertete dieses Ergebnis als klaren Auftrag an das Bundesstreikkomitee.

Ab 17. Mai wird gestreikt. © Andreas Kuhn / fotolia.com
"Ärzte sind nicht länger bereit, die mangelnde
Wertschätzung ihrer Arbeit hinzunehmen", sagte Henke
anlässlich der Bekanntgabe des Abstimmungsergebnisses am Freitag
in Berlin.
Den Auftakt für den Streik bildet eine zentrale Kundgebung und
Demonstration am 17. Mai in München. Dazu erwartet der MB
Krankenhausärzte aus ganz Deutschland. Allein in Berlin und
Hamburg wurden bereits Verträge abgeschlossen - diese Städte
sind vom Streik ausgeschlossen. "Es geht uns um Ergebnisse, nicht um
Krawall", sagte Henke. Seitens des MB sei eine schnelle
Verständigung möglich. Der Streik sei eine ökonomische
Auseinandersetzung mit den Arbeitgebern und richte sich nicht gegen die
Patienten. Die Notfallversorgung werde gewährleistet.
Die Krankenhausarbeitgeber kritisieren die Streikankündigung
des MB scharf. Der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände
(vka) betonte, man habe bereits weit reichende Gehaltssteigerungen
vorgeschlagen. "Der Marburger Bund hat die Zeichen der Zeit nicht
verstanden. Er blendet die Situation der kommunalen Krankenhäuser
und das gesamtwirtschaftliche Umfeld aus", sagte Joachim Finklenburg,
Verhandlungsführer der vka für die Krankenhäuser.
Darüber hinaus betreibe der MB Gewerkschaftspolitik auf dem
Rücken der Patienten. Der Tarifkonflikt könne nur am
Verhandlungstisch gelöst werden.
Die Tarifverhandlungen für die etwa 55 000 Ärzte
waren Anfang April gescheitert. Der MB hatte fünf Prozent mehr
Gehalt und bessere Bezahlung der Bereitschaftsdienste gefordert. Der
vka hatte am 8. April vorgeschlagen, dass die Ärztegehälter
in einer Laufzeit von 33 Monaten um 2,9 Prozent steigen sollten. Der MB
hatte dies als unzureichend zurückgewiesen und die
Tarifverhandlungen für gescheitert erklärt.

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