Ärzte Zeitung online, 10.05.2010

Online-Befragung zur Vereinbarkeit von Medizinstudium, Beruf und Familie

ULM (eb). Arzt oder Ärztin zu werden und gleichzeitig eine Familie zu gründen ist sowohl im Studium als auch später im Berufsleben schwierig. Wie Aus- und Weiterbildung familienfreundlicher gestaltet werden könnten, soll in einer Online-Befragungaller Medizinstudierenden mit Kind(ern) in Baden-Württemberg ermittelt werden, die am 7. Mai 2010 gestartet ist.

Das Medizinstudium in seiner derzeitigen Organisationsform ohne strukturierte Teilbarkeit wird von betroffenen Eltern als eher familienunfreundlich charakterisiert. Klinische Lehre wird oft nur als ganztägige Blockveranstaltungen oder am späten Nachmittag nach dem Klinikbetrieb angeboten. Dieser Mangel an Vereinbarkeitsstrukturen führt zu Nachwuchssorgen und verstärkt gleichzeitig die sogenannte "gläserne Decke", welche Frauen mit Kindern häufig von herausragenden Karrierepositionen trennt.

Der Mangel von überdurchschnittlich engagierten jungen Medizinerinnen und Medizinern, die sich für aufwendige Karrierewege in der Universitätsmedizin oder für fordernde Tätigkeiten etwa als Landarzt entscheiden, wird zunehmend beklagt. Der Wunsch nach Teilzeitbeschäftigung nimmt rasch zu - Teilzeitmodelle in Aus- und Weiterbildung sind aber noch immer eine Seltenheit. Die strukturellen Rahmenbedingungen in der Aus- und Weiterbildung von Medizinerinnen und Medizinern müssen dringend verbessert werden, damit Familiengründung und berufliche Karriereentwicklung vereinbart werden können und der Arztberuf attraktiv bleibt.

Die nun gestartete Online-Befragung setzt hier an: Sie soll knapp 1000 Medizinstudierende mit Kind(ern) in Baden-Württemberg erreichen und ihre Lebens- und Studienbedingungen erfassen. Darauf aufbauend sollen nötige Veränderungen für ein familienfreundliches Medizinstudium erarbeitet werden.

Weitere Details, Hintergründe und Ergebnisse finden Sie unter: www.meduki.de

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