Ärzte Zeitung, 18.05.2010
Klinikverband wirft Ärzten Maßlosigkeit vor
Marburger Bund beginnt mit ersten Streiks an Kliniken
BERLIN/MÜNCHEN (hom). Mit einer Großkundgebung in
München und ersten Streiks an 200 Klinikstandorten hat der
Marburger Bund seine Forderung nach fünf Prozent mehr Gehalt
für Klinikärzte untermauert. Die Deutsche
Krankenhausgesellschaft (DKG) kritisierte das Vorgehen der Gewerkschaft
scharf.

Der Marburger Bund fordert für die Ärzte an kommunalen Kliniken fünf Prozent mehr Gehalt. © dpa / bildfunk
DKG-Hauptgeschäftsführer Georg Baum sagte, der Ausstand
der Klinikärzte entbehre jeder Rechtfertigung. Kaum ein
Berufsstand habe in den vergangenen Jahren so hohe Gehaltszuwächse
erzielt wie die Klinikärzte. Je nach Entgeltgruppe hätten die
Mediziner seit 2005 Gehaltszuwächse "von 20 bis 28 Prozent"
verzeichnet. Weitere Steigerungen seien angesichts der angespannten
Finanzsituation der Kliniken nicht zu bezahlen, so Baum.
Der Marburger Bund (MB) fordert für die 55 000 Ärzte
an kommunalen Kliniken fünf Prozent mehr Gehalt und eine
substanziell bessere Bezahlung von Nachtschichten und
Bereitschaftsdiensten. MB-Hauptgeschäftsführer Armin Ehl
nannte die Forderungen der Klinikärzte "berechtigt". Die
Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) hat den
Ärzten eine Gehaltsaufbesserung von 2,9 Prozent über 33
Monaten und leichte finanzielle Verbesserungen bei Sonderschichten
angeboten. Während des Streiks soll die Versorgung auf
Wochenendniveau gedrosselt werden. Die Notfallversorgung soll aber
gewährleistet werden.
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