Ärzte Zeitung, 07.06.2010

Lenken Kliniken bald ein? Streiks gehen trotzdem weiter

5000 Klinikärzte demonstrierten auf dem Römerberg in Frankfurt

FRANKFURT/MAIN (mn). Bewegung im Tarifstreit zwischen Marburger Bund und der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeber (VKA): Am 7. Juni trafen sich die Tarifpartner zu einer erneuten Verhandlungsrunde.

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Fast 5000 Ärzte kamen zur Großkundgebung auf den Römerberg in Frankfurt / Main.

© sbra

Zuvor waren am 7. Juni Nachmittag zum Auftakt der vierten Streikwoche Ärzte an kommunalen Kliniken, knapp 5000 Mediziner, zu einer bundesweiten Kundgebung auf den Römerberg in Frankfurt gekommen, um für mehr Gehalt und bessere Arbeitsbedingungen zu demonstrieren und den Druck auf die Arbeitgeber zu erhöhen. Die Botschaft des Marburger Bundes ist klar: Jetzt ist die Zeit zum Handeln. "Krisen werden schlimmer, wenn nicht gleich gehandelt wird, das haben wir aus der Finanz- und Wirtschaftskrise gelernt", sagte Rudolf Henke, 1. Vorsitzender des Marburger Bundes in Frankfurt.

Nachdem vor zwei Monaten die Tarifverhandlungen abgebrochen worden waren, kommt jetzt wieder Bewegung in die Tarifgespräche.

"Die VKA-Spitze signalisiert uns Bewegungsbereitschaft, aber solange es kein Angebot der Arbeitgeber gibt, wird der Streik fortgesetzt", sagte Rudolf Henke.

Vor drei Wochen hatte der Streik der Ärzte an den kommunalen Kliniken begonnen. Der Marburger Bund fordert für die 55 000 Klinikärzte fünf Prozent mehr Gehalt und deutlich besser bezahlte Bereitschaftsdienste. Die VKA bietet 2,9 Prozent für eine Laufzeit von 33 Monaten. Dies entspricht dem Tarifabschluss der kommunalen Arbeitgeber mit verdi, über den die Kommunen nicht hinausgehen wollen.

Die Streiks gehen trotz Gesprächen diese Woche erst einmal weiter. Geplant ist unter anderem am 7. Juni eine Nachtdemo mit Fackeln und Lichtern durch Kassel.

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