Ärzte Zeitung, 30.06.2010

Hausarztverbände warnen vor "Anschlag auf die Praxen"

Verbände reagieren empört auf den Vorstoß des CDU-Abgeordneten Koschorrek, Hausarztverträge abzuwickeln.

Von Dirk Schnack

KIEL/MÜNCHEN. Die Hausarztverbände im Norden und Süden greifen Unionspolitiker Dr. Rolf Koschorrek für dessen Vorstoß zur Abwicklung von Hausarztverträgen massiv an. Sie sprechen von "Anschlagplänen" auf die Existenz der Praxen.

"Die meisten und bedrohlichsten Angriffe kommen von Ihnen und aus Ihrem Umfeld", heißt es in einem Brief an den CDU-Gesundheitspolitiker aus dem schleswig-holsteinischen Bad Bramstedt, wo Koschorrek als Zahnarzt tätig ist.

Der Brief ist unterzeichnet von den beiden Landesvorsitzenden Dr. Thomas Maurer (Schleswig-Holstein) und Dr. Wolfgang Hoppenthaller (Bayern) und liegt der "Ärzte Zeitung" vor. Hintergrund der Vorwürfe ist Koschorreks Vorschlag zur Änderung des Paragrafen 73b SGB V, mit der die Pflicht zum Abschluss von Hausarztverträgen zur Option für die Krankenkassen herabgestuft werden soll. Außerdem hatte der Obmann der Unionsfraktion im Gesundheitsausschuss des Deutschen Bundestages wie berichtet vorgeschlagen, sämtliche per Schiedsamt zu Stande gekommenen Hausarztverträge zum Jahresende außer Kraft zu setzen.

Maurer und Hoppenthaller werfen Koschorrek in diesem Zusammenhang Wählertäuschung vor, weil er in seinem Heimatwahlkreis verbesserte gesetzliche Rahmenbedingungen für Hausärzte angekündigt hatte. Nach Auffassung der Hausarzt-Funktionäre bewirken die Äußerungen des Politikers das Gegenteil, sie werfen ihm vor, die "Abschaffung der hausärztlichen Versorgung zu betreiben".

Die Hausärzte im Norden, wo die Verträge vor dem Start stehen, würden eine Umsetzung von Koschorreks Plänen als "Schlag ins Gesicht" empfinden, heißt es in dem Brief. Und: In Bayern würde schon die erste Lesung eines entsprechenden Gesetzentwurfes zu einer erneuten Ausstiegsdiskussion führen - "und dieses Mal unserer Einschätzung nach mit Erfolg". Sie drohen, dass aus diesem regionalen Ausstieg ein Flächenbrand entstehen könnte, dem sich auch viele Fachärzte anschließen könnten.

[30.06.2010, 20:19:34]
Dr. Thomas Assmann 
Der Letzte macht das Licht aus !
Ganz einfach, ohne Hausarztverträge gehen in NRW bei fast allen Hausärzten das Licht aus, keiner wird sich mehr Niederlassen, und wer noch kann verläßt NRW Richtung Bayern oder BW oder direkt in die Schweiz.
Vom Braintrade zum Braingate !
Dann "Gute Nacht " zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Resistente Keime bedrohen Fortschritte aus Jahrzehnten

Jeder vierte Todesfall durch Antibiotika-resistente Keime weltweit wird durch Tuberkulose (TB) bedingt. Um die Situation zu verbessern, reichen neue Arzneien aber nicht aus, betonen TB-Experten. mehr »

Regelmäßiges Frühstück ist offenbar gut fürs Herz

Wer regelmäßig frühstückt, beugt damit offenbar kardiovaskulären Erkrankungen vor, berichtet die American Heart Association (AHA). mehr »

Sperma-Check per Smartphone-App

Millionen von Paaren weltweit wollen ein Kind, doch es klappt nicht. Die Ursachen liegen in etwa der Hälfte der Fälle beim Mann. Ein einfacher Test könnte Männern künftig die Untersuchung ihres Spermas erleichtern. mehr »