Ärzte Zeitung, 12.07.2010

KVWL will bei Hausarztverträgen "gemeinsamen Weg suchen"

Für die Hausarztverträge in der bisherigen Form stehen die politischen Zeichen auf Veränderungen. Zu mehr Zusammenarbeit rufen nun einige KVen auf.

Von Ilse Schlingensiepen

KÖLN. Die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) will auf einer breiten Basis Hausarztverträge verhandeln und lädt dabei auch den Deutschen Hausärzteverband zur Mitarbeit ein. "Angesichts der politischen Veränderungen sollten wir einen neuen, gemeinsamen Weg versuchen", sagt der 2. KVWL-Vorsitzende Dr. Wolfgang-Axel Dryden im Gespräch mit der "Ärzte Zeitung".

Wenn das Vergütungsniveau der Hausarztverträge nach Paragraf 73b SGB V auf das Niveau der Regelversorgung festgeschrieben wird, verlieren selektivvertragliche Lösungen deutlich an Attraktivität, sagt Dryden. Deshalb setze die KVWL darauf, mit den Krankenkassen weitere Add-on-Verträge zu verhandeln, möglichst unter Einbeziehung aller beteiligten Organisationen und Verbände in Westfalen.

"Gleichzeitig werden wir uns bemühen, für die noch unter den Monopol-Bedingungen abgeschlossenen Hausarztverträge ein Zweitverwertungsrecht zu bekommen", kündigt er an.

Allerdings sollten die Verträge anders strukturiert sein als die Modelle der Hausärztlichen Vertragsgemeinschaft. "Viele Mitglieder sehen ihre Leistungen durch die pauschalierte Vergütung nicht ausreichend abgebildet." So will die KV mit ihren Verträgen der besonderen Situation der Hausärzte auf dem Land besser gerecht werden, zum Beispiel bei den Hausbesuchen.

Wichtig sei, dass die Hausarztverträge für die Niedergelassenen mit möglichst wenig bürokratischem Aufwand verbunden sind. In Bayern etwa gebe es zwischen den verschiedenen Verträgen des Hausärzteverbands zum Teil deutliche Unterschiede, so Dryden. "Die versprochene Lösung auf dem Bierdeckel kann ich dort nicht erkennen." Die KVWL will über Add-on-Verträge in Ergänzung zur Kollektivversorgung die Honorierung zusätzlicher Leistungen erreichen.

Das Grundproblem für Haus- und Fachärzte sei, dass die Versorgung in Westfalen-Lippe unterfinanziert ist. "Uns liegt daran, die Situation für alle zu verbessern und dabei waren wir immer zu Kooperationen bereit."

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