Ärzte Zeitung online, 13.07.2010

Kommentar

Kein Königsweg beim 116b in Sicht

Von Christian Beneker

Klagen oder Vertrag. Im Umgang mit 116b- Bescheiden, die Hausärzten das Wasser abgraben könnten, gibt es keinen Königsweg. Das zeigt ein Beispiel aus Hannover: Zwei Hausärzte, die HIV/Aids-Patienten behandeln, verhalten sich gegensätzlich: Der eine kooperiert per Vertrag mit der Medizinischen Hochschule Hannover, die HIV/ Aids-Patienten über den Paragrafen 116b weiter ambulant behandeln will. Der andere klagt gegen den Bescheid.

Beide Kollegen tun wahrscheinlich das Richtige. Denn beide haben verständlicherweise das Wohl ihrer Patienten und ihrer Praxis im Auge. Dass HIV/Aids-Patienten bei ihren Hausärzten besonders gut aufgehoben sind, versteht sich von selber. Denn sie bieten die wichtige hausärztliche Versorgung ebenso wie Gespräch und besondere Zuwendung.

Fragwürdig ist, wie die Medizinische Hochschule agiert. Sie will sich HIV-Patienten über Paragraf 116b sichern, von denen sie derzeit noch einige über Ermächtigungen (die ständig reduziert wurden!) versorgt und viele andere über Sonderegelungen. Mit dieser unklaren Struktur der ambulanten Versorgung hat sich die MHH in eine Zwangslage gebracht, der sie vielleicht nur mit Hilfe von 116b entkommt. Die betroffenen Hausärzte haben den Ärger. Sie müssen sich nach der Decke strecken - per Klage oder Vertrag.

Lesen Sie dazu auch den Bericht:
Ambulante Behandlungen von Kliniken sorgen weiter für Streit

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