Ärzte Zeitung online, 03.08.2010

Personalfragen als Schwerpunktthema beim Europäischen Gesundheitskongress München

BERLIN/MÜNCHEN (hom). Personalfragen werden nach Ansicht des Münchner Gesundheitsökonomen Professor Günter Neubauer im Gesundheitswesen immer wichtiger.

Viele Krankenhäuser und Pflegeheime stünden derzeit vor der schwierigen Frage, "wo sie all die passenden Ärzte und Pflegende finden können, die sie heute und vor allem in Zukunft brauchen", sagte Neubauer im Vorfeld des am 30. September beginnenden zweitägigen 9. Europäischen Gesundheitskongresses München.

Um neues, qualifiziertes ärztliches wie pflegerisches Personal zu finden, müssten die Einrichtungen "intelligente Findungs-, Ausleih- und Bildungsmöglichkeiten" nutzen. Hierzu wolle der Kongress wichtige Impulse geben, sagte Neubauer, der auch Leiter des Kongresses ist.

Zu der zweitägigen Veranstaltung werden rund 700 Entscheider der Gesundheitswirtschaft und der Gesundheitspolitik erwartet. Schwerpunkte des Kongresses, bei dem mehr als 130 Referenten aus Deutschland, der Schweiz, Österreich und den Niederlanden referieren werden, sind aktuelle Fragen aus den Bereichen Gesundheitspolitik, Krankenhäuser, Rehabilitation und Kur sowie Krankenversicherung.

In der Eröffnungsveranstaltung ziehen unter anderem der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesgesundheitsministerium, Daniel Bahr (FDP), und Bayerns Gesundheitsminister Markus Söder (CSU) eine Zwischenbilanz der Gesundheitspolitik der schwarz-gelben Bundesregierung. Die Koalition hatte Anfang Juli ihre Eckpunkte für eine Gesundheitsreform vorgelegt.

Streit hatte es zuletzt vor allem über die geplanten Änderungen am Paragrafen 73 b SGB V gegeben, in dem die hausarztzentrierte Versorgung geregelt ist. Nach der Sommerpause sollen die parlamentarischen Beratungen über die Gesundheitsreform beginnen. "Der Gesundheitskongress München kommt also zum richtigen Zeitpunkt", sagte Kongresspräsident, Berlins früherer Gesundheitssenator Ulf Fink.

Im Regionalforum "Baden-Württemberg trifft Bayern" steht in diesem Jahr die Gesundheitsversorgung für Stadt und Land im Fokus. In den vergangenen Monaten waren immer wieder Warnungen laut geworden, vor allem die hausärztliche Versorgung in ländlichen Regionen breche langsam aber sicher weg, da Nachwuchsärzte ausblieben.

Informationen zum Kongress: www.gesundheitskongress.de

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