Ärzte Zeitung online, 05.08.2010

Fachärzte befürchten drastischen Nachwuchsmangel

BERLIN (bee). Die Gemeinschaft Fachärztlicher Berufsverbände (GFB) warnt vor einem drastischen Nachwuchsmangel. "Nicht nur der jüngst prognostizierte Hausärztemangel, sondern auch ein dramatischer Rückgang der Fachärzte wird die medizinische Versorgung in Deutschland erschüttern", sagte der Präsident der GFB, Dr. Siegfried Götte in einer Mitteilung.

Götte fordert, nicht nur Förderprogramme für Hausärzte aufzulegen, sondern auch junge Fachärzte zu unterstützen.

Laut Götte zeichne sich der Altersgipfel bei Fachärzten bereits jetzt ab - quer durch alle Fächer: Nach den Berechnungen des GFB beträgt der Bedarf an neuen Ärzten im Jahr 2015 bereits um die 40 000, der Anteil der Fachärzte liege bei 30 Prozent. Für das Jahr 2020 rechnet der GFB mit einem Mangel von bis zu 50 000 Ärzten, der Anteil der Fachärzte liege dann bei 40 Prozent.

Ursache der Entwicklung sei die mangelhafte Attraktivität des Arztberufes, sodass sich junge Mediziner andere Arbeitsbedingungen im Ausland oder Verdienstchancen in der Industrie suchten, so Götte.

Neben Förderprogrammen für Nachwuchs-Fachärzte fordert der GFB-Präsident mehr finanzielle Unterstützung für niedergelassene Fachärzte, die in ihrer Praxis Weiterbildungsassistenten beschäftigen. Außerdem müssten Politik und Betroffene gemeinsam einem "Masterplan" arbeiten, um "weg von kurzfristigen Detaillösungen und hin zu langfristigen gesundheitspolitischen Perspektiven" zu kommen, so GFB-Präsident Götte.

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