Ärzte Zeitung online, 11.08.2010

Bremer Hausärzte planen Urabstimmung über Protestaktionen

BREMEN (cben). Der Bremer Hausärzteverband will mit einer Urabstimmung prüfen, ob und welche Protestmaßnahmen an der Weser gegen die HzV-Pläne der Bundesregierung ergriffen werden sollen.

Bremer Hausärzte planen Urabstimmung über Protestaktionen

Wollen die Hausärzte an der Weser auch ihre Praxen schließen? Eine Urabstimmung soll es zeigen.

© dpa

Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) will die HzV-Honorare auf RLV-Niveau begrenzen. "Dieser Angriff auf die Hausärzte unter dem Deckmantel von Sparbemühungen muss jetzt zu Reaktionen aller Hausärzte führen", heißt es in einem Papier des Bremer Hausärzteverbandes.

"Hierzu haben wir etliche Vorbereitungen getroffen. Vorab möchten wir jedoch Ihre Meinung und Ihre Einstellung zu den Plänen der Koalition erfragen. Bedenken Sie bitte hierbei, dass die angekündigten Beschlüsse auch die von der KVHB angekündigten Verträge betreffen werden, also nicht nur die noch nicht abgeschlossenen Verträge des Hausärzteverbandes!"

In Bremen laufen derzeit mehrere Verträge zur hausarztzentrierten Versorgung - sowohl zwischen Krankenkassen und dem Hausärzteverband als auch zwischen den Kassen und der KV Bremen.

Auf dem Fragebogen des Verbandes können die Kollegen nach ihrer Meinung geeignete Maßnahmen ankreuzen. Zum Beispiel die Aktionen: "Sicher ist sicher - zeitlich befristete Reduktion des Hausarztfilters" oder "Ärztemangel in der Fläche", "Aushilfe in schlecht versorgten Regionen Niedersachsens", "Tag der geschlossenen Praxis" sowie "Dienst nach Vorschrift".

"Was die Bundesregierung an Vorschlägen vorgelegt hat ist keine Reform", kritisierte Dr. Michael Mühlenfeld vom Bremer Hausärzteverband, "Röslers Vorschläge sind nichts als ein weiteres Sparprogramm. Damit wird der ganzheitliche Ansatz der HzV konterkariert."

Der Bremer Hausärzteverband hat bisher eine HzV mit der AOK Bremen/Bremerhaven erzwungen und ist mit der TK einig über einen Vertrag. "In den AOK-Vertrag sind derzeit rund 15 000 Patienten und 175 Ärzte eingeschrieben", sagte Mühlenfeld.

Nach seiner Einschätzung kommen in Bremen rund 200 Vollversorger-Praxen in Frage, die sich an dem Modell des Verbandes beteiligen könnten. Am 18. August lädt der Verband zur Diskussion über die Protestaktionen.

Lesen Sie dazu auch:
Erste Hausarztpraxen schließen Ende August

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