Ärzte Zeitung online, 17.08.2010

VV-Vorsitzende drängen KBV zur Kostenerstattung

Chefs von vier Vertreterversammlungen fordern einen Kurswechsel bei der ärztlichen Vergütung

KÖLN (iss). Die Vorsitzenden der Vertreterversammlungen von vier Kassenärztlichen Vereinigungen fordern von der KBV eine neue Strategie für die ärztliche Vergütung.

VV-Vorsitzende drängen KBV zur Kostenerstattung

Einzelleistungsvergütung und Kostenerstattung im GKV-System - nach dem Willen von vier VV-Vorsitzenden darf das kein Tabuthema mehr sein.

© suedraumfoto / imago

Wenn es auf die aktuellen Probleme keine kurzfristige Antwort gebe, seien Überlegungen zu einem Systemwechsel unverzichtbar, halten sie in der "Frankfurter Erklärung" fest. "Einzelleistungsvergütung und Kostenerstattung dürfen in diesem Zusammenhang kein Tabuthema mehr sein", heißt es dort.

Eine qualitativ hochwertige ambulante Versorgung sei unter den aktuellen Honorargegebenheiten nicht mehr möglich, schreiben die Vorsitzenden der KVen aus Hessen, Nordrhein, Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein der KBV und der Politik ins Stammbuch. "Medizinischer Fortschritt und flächendeckende Versorgung lassen sich nicht länger auf Kosten der Leistungserbringer finanzieren."

Die vier VV-Vorsitzenden fordern eine adäquate und leistungsgerechte Vergütung vertragsärztlicher Leistungen in ganz Deutschland in Euro. Die KBV und der Gesetzgeber müssten unverzüglich ein Konzept vorlegen, das die Unterschiede in der Vergütung und das Honorardesaster beseitigt. "Das Ergebnis der Honorarreform 2009 ist für viele Praxen, vor allem Praxen westdeutscher Flächenländer, ein Desaster. Die dadurch verursachten eklatanten Honorarunterschiede sind unseren Mitgliedern gegenüber weder darstell- noch zumutbar", warnen sie.

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