Ärzte Zeitung, 03.09.2010

Klinikum schreibt 4000 Euro Prämie für Assistenzarzt aus

Klinikum schreibt 4000 Euro Prämie für Assistenzarzt aus

Mit einer Prämie will das Heidekreis-Klinikum Assistenzärzte "einfangen".

© Franz Pfluegl / fotolia.com

WALSRODE (cben). Das Heidekreis-Klinikum mit je einem Haus im Niedersächsischen Walsrode und Soltau zahlt Assistenzärzten Prämien in Höhe von 4000 Euro, wenn sie sich für eines der beiden Krankenhäuser als Arbeitsplatz entscheiden.

Das Geld wird nach Auskunft des Klinikum als Umzugspauschale oder als Pendlerpauschale gezahlt. Die beiden Krankenhäuser liegen in der Mitte des Dreiecks Bremen, Hamburg, Hannover. "Wir haben attraktive Bedingungen", wirbt Norbert Jurczyk, einer der beiden Geschäftsführer des Klinikums, für seine Häuser, "aber viele junge Ärzte, die in der Großstadt studiert haben, können sich eine Arbeit auf dem Land nur schwer vorstellen. Deshalb unser Anreizsystem." Von den 100 Arztstellen sind acht nicht besetzt, berichtet der Geschäftsführer. "Uns fehlen zumeist Chirurgen und Anästhesisten."

Kritik an den Prämien kommt vom Hartmannbund-Vorsitzenden Professor Kuno Winn. Er warnte davor, den Wettbewerb um qualifizierte Nachwuchsärzte allein über Geld entscheiden zu wollen. Bisherige Erfahrungen - gerade auf dem Land - belegten, dass Kriterien wie die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und Lebensqualität finanziellen Gesichtspunkten mindestens gleichgestellt seien. "Klinikträger und Politik sind gut beraten, diese Signale ernst zu nehmen und entsprechende Rahmenbedingungen zu schaffen", erklärte Winn.

Das kürzlich erst eingeführte Anreizsystem hilft offenbar tatsächlich. Es hat den beiden Krankenhäusern bereits drei neue Assistenzärzte verschafft, mit zwei weiteren sei man in Verhandlungen, hieß es.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Generelle Landarztquote ist vom Tisch

Der Masterplan Medizinstudium 2020 ist in trockenen Tüchern. Länder können, müssen aber keine Zulassungsquote für Landärzte in spe festlegen. mehr »

Was neue Onkologika den Patienten tatsächlich bringen

Ist das Glas halb voll oder halb leer? Neue Onkologika haben die Überlebenszeit von Krebspatienten in den vergangenen zwölf Jahren im Schnitt um 3,4 Monate verlängert. Dieser Vorteil geht oft zulasten der Sicherheit. mehr »

Kassen und KBVdrücken aufs Tempo

Bisher trat die Selbstverwaltung bei der Digitalisierung eher als Bremser auf. Bei den Formularen geben KBV und Kassen jetzt Gas: Im Juli kommt der digitale Laborauftrag. mehr »