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Ärzte Zeitung, 15.09.2010

Neuordnung der Landkreise macht Kammerchef im Nordosten Sorgen

Mecklenburg-Vorpommerns Kammerpräsident Dr. Andreas Crusius fürchtet, die Gebietsreform könne sich auf die wohnortnahe Versorgung auswirken.

Neuordnung der Landkreise macht Kammerchef im Nordosten Sorgen

"Es darf nicht weniger Notarztstandorte geben." (Dr. Andreas Crusius, Präsident der Ärztekammer in Mecklenburg-Vorpommern)

© sbra

ROSTOCK (di). Mecklenburg-Vorpommern teilt sich in neue Großkreise ein. Kammerpräsident Dr. Andreas Crusius will verhindern, dass dem Rettungsdienst dadurch weitere Wege drohen. In einem Jahr wird es im Flächenland Mecklenburg-Vorpommern nur noch sechs Landkreise geben. Aus den bislang zwölf Kreisen werden dann Verwaltungsgebiete, deren Fläche die des Saarlands weit überschreitet. So weist etwa der Kreis Mecklenburgische Seenplatte eine Fläche von 5470 Quadratkilometer auf - bei nur 262 198 Einwohnern.

Die Zusammenlegung ist beschlossen. Für Ärztekammerpräsident Crusius geht es nun darum, die Folgen für die medizinische Versorgung im Land zu überwachen. Er warnt davor, im gleichen Zuge den Rettungsdienst in den Kreisen zu verschlanken. "Das wäre Sparen am falschen Ende. Es darf zum Beispiel nicht weniger Notarztstandorte geben - dafür sind die Wege in unserem Bundesland zu weit", sagt Crusius.

Das Sozialministerium beschwichtigt. Die Reform werde "zunächst keinen Einfluss auf die Durchführung des Rettungsdienstes haben", teilte das Ministerium auf Anfrage der "Ärzte Zeitung" mit. Schon heute seien die Rettungsdienstträger, also die Kreise, zur Zusammenarbeit verpflichtet. "Die Verteilung der Standorte der Rettungswachen und die Notarztstandorte orientieren sich deshalb von vornherein nicht am Verlauf der jeweiligen Kreis- und Stadtgrenze."

Derzeit gibt es im Nordosten zehn integrierte Rettungsleitstellen, die für Rettungsdienst, Brand- und Katastrophenschutz verantwortlich sind. Eine Reduzierung der Leitstellen ist nicht ganz ausgeschlossen: "Im Prozess der Leitstellenfusionen werden mögliche Synergieeffekte im Interesse der Qualitätsverbesserung und der Kostensenkung erschlossen", teilte das Landessozialministerium in Schwerin mit. Dieser Prozess stehe jedoch nicht in Zusammenhang mit der Kreisgebietsreform.

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