Ärzte Zeitung online, 26.09.2010

Merkel will Gesundheitsreform zum Jahresende unter Dach und Fach

BERLIN (dpa). Kanzlerin Angela Merkel (CDU) rechnet im Streit mit der CSU über die Gesundheitsreform nicht mit einer schnellen Einigung.

Merkel will Gesundheitsreform zum Jahresende unter Dach und Fach

Hofft, dass die Gesundheitsreform bis Ende des Jahres beschlossene Sache ist: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU).

© köhler / phototek / Bundestag

Sie gehe davon aus, "dass wir dieses Gesundheitskonzept und die Veränderungen des Gesundheitssystems bis zum Ende des Jahres beschlossen haben werden", sagte Merkel am Sonntag vor einer gemeinsamen Sitzung der Präsidien von CDU und CSU in Berlin.

Bei der Sitzung der Präsidien könnten "die ganzen Feinfragen nicht im Detail geklärt werden". Das werde in den parlamentarischen Beratungen geschehen. CSU-Chef Horst Seehofer deutete an, er wolle zwar Änderungen, aber die Reform nicht scheitern lassen.

Die CSU will für Bayerns niedergelassene Ärzte einen höheren Anteil an den bundesweiten Honorarzuwächsen durchsetzen. Auch eine mögliche Honorarangleichung bei der hausarztzentrierten Versorgung nach 2012 will die CSU nicht akzeptieren.

Seehofer sagte dazu: "Die CSU steht bekanntlich zu Vereinbarungen, das gilt auch für das Gesundheitswesen." Wie bei jedem komplexen Thema gebe es hier bei der Umsetzung Erörterungsbedarf.

"Da sind wir im Gespräch, und wir werden das Gesetz dann gemeinsam tragen und verabschieden", sagte Seehofer. Er habe aber keine Zweifel an einer gemeinsamen Lösung.

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[27.09.2010, 14:15:04]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Gesundheitsreform zum Jahresende? Ein Weihnachtsmärchen!
Ein semantischer Leckerbissen, die Gesundheitsreform: Wir können davon ausgehen, "dass wir dieses Gesundheitskonzept und die Veränderungen des Gesundheitssystems bis zum Ende des Jahres beschlossen haben werden", sagte Merkel vor einer CDU/CSU-Präsidiumssitzung (ÄZ-online 26.9.10).

Verehrte Bundeskanzlerin, Frau Dr. rer. nat. Angela Merkel, schon das Wort "Gesundheitsreform" ist zum Davonlaufen. Mancher rennt zum 'Reformhaus', um seine Gesundheit zu erneuern (reformare (lat.) = erneuern, verbessern). Andere sagen, frei nach 'Spitz' und 'Spitz' aus den 'Mitternachtsspitzen': "Gesundheit? Gesundheit ist für mich persönlich völlig uninteressant. Ich bin lieber krank, da hab' ich mehr davon!"

Also für Alle zum Mitschreiben: Es geht um Krankheit, Leiden, Schmerz, Schicksalsschläge, Sterben und Tod. Es geht um uns Alle, die wir jederzeit durch akute und/oder chronische Erkrankungen/Unfälle seelisch, körperlich, sozial und auch finanziell bedroht werden könnten. Und nicht um Reförmchen, Trostpflästerchen und medizinische Seifenoperchen. Die K r a n k e n v e r s o r g u n g muss verbessert werden: Untersuchung, Diagnostik bzw. operative, konservative und palliative Therapie, Pharmazie, Medizintechnik und bio-psycho-soziale Versorgung von Patienten müssen mit i n h a l t l i c h e n Reformen erneuert werden.

Das von der WHO Anfang der 90er Jahre ausgerufene Motto "Gesundheit für Alle bis zum Jahr 2000" ist illusionär. Krankheit kann man nicht abschaffen und durch Gesundheit ersetzen. Genauso wenig kann man 'Krankenwagen' (KTW) in "Gesundheitswagen" umtaufen. Krankheit, Leiden, Tod und Sterben sind untrennbar mit unserem Leben verschweißt, so dass wir Beides mit unserer Existenz täglich in Freude und Glück wie in Trauer und Pech immer wieder neu erfahren. Erkenntnis- und Existenzphilosophie, Theologie, Psychologie und Soziologie beschreiben diesen Themenkomplex.

Verehrte Frau Dr. Merkel, Sie sind in der Außenpolitik viel besser als in der Innenpolitik. Ihr Bundesgesundheitsminister ist doch eher ein Bundeskrankheitsminister. Und Sie als Physikerin und ich als Arzt glauben wie viele Andere in Deutschland n i c h t mehr an den Weihnachtsmann. Und Weihnachtsmärchen von Reformen der Gesundheit oder Gesundheit der Reformen brauchen Sie uns, Ihrem Volk, weiß Gott (?) nicht mehr zu erzählen!

Mit freundlichen Grüßen, Ihr Dr. med. Th. G. Schätzler, FAfAM Dortmund
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