Ärzte Zeitung, 29.09.2010

Kommentar

Der Minister als Coach der Kliniken

Von Michael Kuderna

"Ich verstehe mich da schon als Coach", erklärt Minister Georg Weisweiler mit unschuldigem Lächeln. Doch seine Pläne zur Neuordnung der saarländischen Krankenhauslandschaft haben es in sich. Und er weiß: Ohne das Druckmittel des neuen Krankenhausplans wären sie chancenlos.

So scheint eine kleine Revolution möglich. Den Wildwuchs und die Egoismen von einem Dutzend Trägern durch zwei große Kooperationsschienen zu bändigen und in eine Win-win-Situation für alle zu verwandeln - nicht weniger hat sich der FDP-Politiker vorgenommen.

Dabei hilft ihm, dass er mit der fragwürdigen Doppelstruktur zweier Maximalversorger im kleinen Saarland seinen Frieden gemacht hat. Zudem eröffnet das Zusammenrücken von Universitätsklinik und größtem katholischem Klinikkonzern für einen Liberalen verlockende Perspektiven - sind doch bisher alle Versuche des Haushaltsnotlandes, an der Uni privates Kapital einzubeziehen, gescheitert.

Gutes Coaching ertüchtigt die Klienten zu mutigen Entscheidungen. Der Lohn für den Minister wäre im Erfolgsfall politisch Gold wert: Mancher sonst unausweichliche Kampf bliebe ihm erspart.

Lesen Sie dazu auch den Bericht:
FDP-Minister will Kliniklandschaft umpflügen

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Langes Arbeiten kann tödlich sein

Eine lange Wochenarbeitszeit erhöht das Risiko für Herzerkrankungen und Krebs. Forscher konnten die Stundenzahl sogar exakt angeben, ab der sich das Risiko stark erhöht. mehr »

Ausschuss reißt Frist des Gesetzgebers

Das neue Qualitätsmaß für Pflegeheime gerät in Verzug. Eine Studie bietet eine Alternative an. mehr »

Jeder dritte Demenz-Fall vermeidbar

Finge die Demenz-Prävention bereits in der Kindheit an, könne die Krankheit bei einem Drittel aller Erwachsenen verhindert werden – so eine Studie. mehr »