Ärzte Zeitung, 05.10.2010

Fachübergreifende Listen in Westfalen-Lippe chancenlos

Bei der Wahl zur Vertreterversammlung setzen sich die Hausarzt- und Facharztlisten ganz klar durch.

Fachübergreifende Listen in Westfalen-Lippe chancenlos

Die neue Vertreterversammlung der KVWL titt am 30.10 zur konstituierenden Sitzung zusammen. Am 27.11. wählt sie den neuen Vorstand.

© KVWL

KÖLN (iss). Bei den Wahlen zur Vertreterversammlung (VV) der KV Westfalen-Lippe (KVWL) haben sich die Listen durchgesetzt, die dezidiert für hausärztliche oder fachärztliche Interessen eintreten. Integrierende und übergreifende Listen können nur vergleichsweise wenige Ärzte in das KVWL-Parlament entsenden.

Nach dem vorläufigen Ergebnis entfallen von den 45 ärztlichen Sitzen in der VV 14 auf die Listen des Hausärzteverbands. Die Facharztliste kommt in den beiden Wahlkreisen zusammen auf 13. Stolze vier Sitze verbucht die GYN-Liste des Berufsverbands der Frauenärzte.

Die fachübergreifende Liste "Für eine neue KV - Sichere Zukunft für Haus- und Facharzt gemeinsam!" entsendet fünf Ärzte in die VV, die Kinder- und Jugendärzte kommen auf drei Sitze.

Mit nur zwei Sitzen schnitt der Marburger Bund erstaunlich schwach ab - in Westfalen-Lippe gibt es für Hausärzte, Fachärzte oder Ermächtigte anders als bei den Psychotherapeuten keine Quotierung. Bei den Psychotherapeuten konnte die Kooperative Liste vier von fünf Mandaten gewinnen. Die Wahlbeteiligung sank im Vergleich zu den Wahlen vor sechs Jahren von 64 Prozent auf 55,8 Prozent.

Die neue KVWL-VV tritt am 30. Oktober zur konstituierenden Sitzung zusammen, am 27. November wählt sie den neuen Vorstand. Der KVWL-Vorsitzende Dr. Ulrich Thamer kandidiert nicht erneut. Seine beiden Kollegen Dr. Wolfgang-Axel Dryden und Dr. Thomas Kriedel wollen an der KVWL-Spitze weiter machen, bisher sind noch keine Gegenkandidaten ins Rennen gegangen.

Interesse am Facharztsitz im Vorstand haben bislang der Augenarzt Dr. Gerhard Nordmann und der Urologe Dr. Hans-Peter Peters angemeldet. Nordmann ist Spitzenkandidat der Facharztliste und hat damit eine größere Hausmacht in der neuen VV als Peters, der für die Liste "Für eine neue KV" angetreten ist.

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