Ärzte Zeitung online, 05.10.2010

Ärzte und Kassen verhandeln am 5. Oktober über Honorar

BERLIN (dpa). Vor den Honorar-Verhandlungen für Kassenärzte hat sich der Vize-Präsident der Bundesärztekammer, Frank Ulrich Montgomery, für bundesweit einheitliche Tarife eingesetzt. "Der Gesetzgeber muss dafür sorgen, dass in Nordrhein für die gleiche ärztliche Behandlung nicht geringere Honorare gezahlt werden als in Bayern", sagte Montgomery der in Düsseldorf erscheinenden "Rheinischen Post" (Dienstagsausgabe).

Unter wachsendem Druck nehmen Spitzenvertreter von niedergelassenen Ärzten und gesetzlichen Krankenkassen am Dienstag ihre Honorar-Verhandlungen wieder auf. Am Ende soll die Gesamthöhe des Honorars der rund 150 000 Kassenärzte in Deutschland im kommenden Jahr feststehen.

Vor gut einer Woche hatten weit auseinanderklaffende Ansichten eine Einigung überraschend verhindert. Die Bundesregierung forderte beide Seiten zu einer Vereinbarung auf. Notfalls muss das Bundesgesundheitsministerium entscheiden.

2009 war das Honorar der Praxisärzte nach Kassenangaben um 6,3 Prozent auf 30,8 Milliarden Euro gestiegen. Die Kassen hatten ihre Forderung nach einer Nullrunde aufgeben müssen, weil die geplante Gesundheitsreform den Ärzten einen Honorarzuwachs einräumt. Das ist allerdings nicht exakt beziffert. Die Ärzte hatten mehr als zwei Milliarden Euro zusätzlich verlangt.

Der Hauptstreitpunkt ist, wie die Regionen unterschiedlich bedient werden können, ohne Unmut bei vermeintlichen Verlierern entstehen zu lassen. Die Koalition hat Ärzte und Kassen beauftragt, mit einer "asymmetrischen regionalen Angleichung" die relative Schlechterstellung einzelner Länder zu vermeiden. Vor allem die Ärzte in Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen wollen mehr Geld.

Die Redaktion der "Ärzte Zeitung"wird heute aktuell über die Entwicklungen berichten.

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