Ärzte Zeitung, 18.10.2010

Kassen in Sachsen kritisieren Honorarerhöhung

DRESDEN (tt). Der sächsische vdek kritisiert die Honorarerhöhung für Ärzte im Freistaat, die der Erweiterte Bewertungsausschuss kürzlich festgelegt hat. "Die Erhöhung der Honorare bedeutet für die Ärzte vor allem eine weitere Angleichung an ihre Berufskollegen der alten Länder", erklärte die Leiterin der vdek-Landesvertretung, Silke Heinke.

Nach Berechnungen des vdek steigen die Honorare für die rund 5700 niedergelassenen Ärzte im Freistaat im kommenden Jahr um 4,2 Prozent.

"Die vorgesehenen finanziellen Zu- und Abschläge aufgrund von Unter- oder Überversorgung mit Ärzten in einzelnen Regionen sind vom Tisch", monierte Heinke. Die Regeln hätten zwar "einer Überarbeitung bedurft, waren aber ein sinnvoller Ansatz". Es fehle in Sachsen "der Mut, das bereitgestellte Geld innerhalb der Ärzteschaft umzuverteilen und für die Stabilisierung der medizinischen Versorgung zu verwenden".

Sachsen leiste sich nun "weiterhin das Paradoxon", Gebiete mit ärztlicher Überversorgung an Honorarsteigerungen teilhaben zu lassen, "anstatt einen Teil dieser Gelder dorthin zu leiten, wo Versorgungsengpässe bereits gefühlt werden", so Silke Heinke.

Topics
Schlagworte
Berufspolitik (17140)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Neuroprothese lässt Gelähmten wieder zugreifen

Eine Neuroprothese ermöglicht einem Tetraplegiker, mit einer Gabel zu essen. Sein Hirn wird dabei per Kabel mit Muskeln in Arm, Hand und Schulter verbunden. mehr »

Mord und Totschlag in deutschen Kliniken?

Eine umstrittene Studie zu lebensbeendenden Maßnahmen in Kliniken und Pflegeheimen erhitzt die Gemüter. mehr »

Psychotherapie-Richtlinie steht vor holprigem Start

Der Start der neuen Psychotherapie-Richtlinie am 1. April löst bei den Beteiligten keine Begeisterung aus. Die Kritik überwiegt. Lesen Sie die aktuellen EBM-Ziffern. mehr »