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Ärzte Zeitung, 21.10.2010

Bayerns KV-Chef Munte wirft Kritikern "Geschacher" vor

Bayerns KV-Chef Munte wirft Kritikern "Geschacher" vor

Dr. Axel Munte: Die KVWL erweist dem gesamten KV-System einen Bärendienst.

© KV Bayerns

MÜNCHEN (sto). Im Streit um die asymmetrische Honorarverteilung hat der Vorsitzende der KV Bayerns (KVB), Dr. Axel Munte, "mit äußerstem Befremden" auf die in einer Pressemitteilung der KV Westfalen-Lippe veröffentlichten "Anschuldigungen und Beleidigungen gegen die bayerischen Ärzte" reagiert.

"Die Darstellung der Fakten ist undifferenziert und tendenziös. Und der Ton ist absolut unangebracht. So erweist die KVWL vor allem dem KV-System einen Bärendienst", erklärte Munte in München.

Die asymmetrische Honorarverteilung habe zur Folge, dass durch eine undifferenzierte Betrachtung des unterschiedlichen ambulanten Behandlungsbedarfs in den KV-Regionen und die willkürliche Festlegung des Zuwachses der Verteilung eine völlig intransparente Honorarverteilung entstehe.

Das sei nicht nur ungerecht, sondern sei für viele Praxen in Bayern sogar existenziell bedrohlich. "Den Kritikern der KVB geht es nicht darum, in ganz Deutschland die ambulante Versorgung zu verbessern. Das ist einfach nur ein unwürdiges Geschacher um die Millionen der Versicherten", sagte der KVB-Chef.

Schon heute habe ein bayerischer Arzt mit 142 000 Euro einen deutlich geringeren statistischen Durchschnittsumsatz als seine Kollegen in Westfalen-Lippe mit 162 000 Euro, erklärte Munte. Es sei nun endlich an der Zeit, "mit dem Märchen von den reichen Bayern und den armen Westfalen aufzuhören".

Zugleich erneuerte Munte seine Forderung, den Beschluss des Erweiterten Bewertungsausschusses zur asymmetrischen Verteilung der Honorarzuwächse zu beanstanden und einen Strukturfonds zum gezielten Aufbau besserer Versorgungsstrukturen im gesamten Bundesgebiet einzurichten.

"Das wäre ein Zeichen für die Handlungsfähigkeit des KV-Systems - und absolut das Gegenteil der opportunistischen, aber haltlosen Stimmungsmache eines KV-Vorstands, der durch seine Angriffe auf die bayerischen Ärzte nur von eigenen Versäumnissen in der Förderung von zukunftsweisenden Versorgungsstrukturen ablenken will", so Munte.

[22.10.2010, 07:09:57]
Dr. Ulrich Thamer 
Besser zufrieden schweigen
Der "Oberschacherer" Munthe muss sich nicht wundern, wenn auch andere schachern. Er hat Recht, wenn er meint, dass das gesamte Honorierungssystem für die Vertragsärzte intransparent ist. Der Behandlungsbedarf pro Versicherter ist "historisch" ohne sachliche Basis entstanden.

Ziel ist jetzt die bundesweite Angleichung der Bedarfe, wobei der Begriff des Behandlungsbedarfs über Fallzahl und Fallwert hinaus erweitert werden muss. Die Angleichung muss auch deshalb erfolgen, weil alle Versicherten bereits seit 2 Jahren den gleichen Beitragssatz zahlen, aber in den Bundesländern unterschiedliche Mengen an ärztlicher Leistung bekommen. Wer einen solchen Weg sucht und unterstützt handelt sachlich und vernünftig.

Wenn die KV-Bayern jetzt bei den Zuwächsen für das Jahr 2011 neben der linear verteilten Summe auch noch deutlich von der asymmetrischen Verteilung profitiert, so sollte sie dazu besser zufrieden schweigen.

Dr. Ulrich Thamer
KVWL
Robert-Schimrigk-Str.2-4
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