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Ärzte Zeitung online, 23.10.2010

Länder wollen neue Bedarfsplanung

BERLIN (dpa). Angesichts der Verschärfung des Ärztemangels in ländlichen Gebieten dringen die Länder auf eine bessere Bedarfsplanung. Sie fordern ein Mitspracherecht in den Landesausschüssen.

Länder wollen neue Bedarfsplanung

Aygül Özkan (CDU): "Ärztliche Versorgung ist eine Gemeinschaftsaufgabe."

© dpa

"Wir wollen, dass der Bund diese Vorschläge bei der anstehenden Neuordnung des Gesundheitswesens berücksichtigt", sagte die Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz, die niedersächsische Ressortchefin Aygül Özkan (CDU), der Nachrichtenagentur dpa in Berlin. Am Montag kommen die Länderressortchefs mit Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) in Berlin zusammen.

"Um die Verteilung von Ärzten gerade in Flächenländern besser steuern zu können, muss die Bedarfsplanung neu aufgestellt werden", forderte Özkan. "Sie muss in Zukunft flexibler und kleinräumiger werden, um den unterschiedlichen Bedingungen auf lokaler Ebene gerecht zu werden und die demografische Entwicklung besser zu berücksichtigen."

Heute gibt es unter den 395 gültigen Bezirken viele, die auf dem Papier genügend Ärzte insgesamt haben - obwohl Kranke von einzelnen Orten aus kilometerweit zur nächsten Praxis müssen.

"Gerade die Verbesserung der ärztlichen Versorgung ist eine Gemeinschaftsaufgabe - von Bund, Ländern, Kommunen und der ärztlichen Selbstverwaltung", sagte Özkan. Die Ministerin monierte, dass die Planung für Kliniken und Praxisärzte auseinanderklaffe.

Während für die Krankenhäuser die Länder zuständig sind, sind die Kassenärztlichen Vereinigungen für die Sicherung der ambulanten Versorgung verantwortlich. Hier sei mehr übergreifende Planung nötig, forderte Özkan. Konkret verlangen die Länder auch, eigene Vertreter in die Landesausschüsse entsenden zu können.

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Philipp Rösler (1036)
[25.10.2010, 10:59:01]
Dr. Jürgen Schmidt 
Später Kompetenzstreit
Jahrzehntelang waren die Gesundheitsministerkonferenz und die Vordenker der Leitenden Medizinalbeamten treibende Kräfte für eine Bürokratisierung und Sozialisierung der Medizin und mit schöner Regelmäßigkeit haben die Länder dem Bundesgesundheitsminister zugestimmt, wenn das SGB V novelliert wurde, ohne an die Belange der Länder zu denken. Selbst ureigene Länderkompetenzen, wie das Berufsrecht wurden außer Acht gelassen und geopfert, wenn es darum ging ideologische Entscheidungen mit zutragen. Nun entdecken einzelne Länder am Beispiel der Bedarfsplanung, das es so nicht geht. Dann sollten die Länder die Entscheidungskompetenzen aber auch in die richtigen Hände legen, nämlich die der Selbstverwaltung. zum Beitrag »

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