Ärzte Zeitung online, 29.10.2010

Hartmannbund: Reform wird nicht reichen

POTSDAM (dpa). Der Hartmannbund hat die von der Bundesregierung geplante Gesundheitsreform als nicht weitreichend genug kritisiert. Vor allem das Honorarsystem müsse grundlegend reformiert werden.

Hartmannbund: Reform wird nicht reichen

Professor Kuno Winn: Patienten haben jegliche Relation zwischen Kosten und Leistung verloren.

© Hartmannbund

Konkret forderten die Ärzte des Hartmannbunds bei ihrer Hauptversammlung am Freitag in Potsdam zwei Dinge: Honorare, die sich an der Leistung der Ärzte orientieren, sowie ein System der direkten Kostenerstattung beim Arztbesuch.

Patienten hätten dank des bestehenden Gesundheitssystems "jegliche Relation zwischen Kosten und Leistungen verloren", bemängelte der Bundesvorsitzende des freien Berufsverbandes der Ärzte, Kuno Winn. Junge Ärzte würden durch pauschale Vergütungen aus dem Beruf vergrault.

Der Staatssekretär im Bundesgesundheitsministerium, Daniel Bahr, verteidigte indes die geplante Reform. Vorrangig habe die Regierung das zunächst erwartete milliardenschwere Defizit im Gesundheitssystem angehen müssen, sagte er bei der Versammlung.

Weitere Reformen, beispielsweise bei den Vergütungen, seien aber für das erste Halbjahr 2011 angepeilt. Bahr stellte sowohl leistungsorientierte Honorare als auch freiwillige Kostenerstattungen in Aussicht.

Winn bestätigte, dass es erstmals so etwas wie einen Hoffnungsschimmer im Gesundheitssystem gebe. Erste Schwellen für das vom Hartmannbund geforderte Prinzip der Kostenerstattung wolle die Bundesregierung offenbar abbauen.

Der Verbandschef kritisierte aber auch, dass ein liberaler Gesundheitsminister wie Philipp Rösler (FDP) aus seiner Sicht für einen Verlust an Freiheit sorgen wolle. Als Beispiele nannte er die geplante Regulierung des Pharmamarktes sowie Honorarverteilungen zwischen unter- und überversorgten Regionen.

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