Ärzte Zeitung online, 17.11.2010

Kinderkommission mahnt Verbesserung bei Vorsorgeuntersuchungen an

BERLIN (eb). Die Kinderkommission des Bundestags hat Verbesserungen bei den Früherkennungsuntersuchungen gefordert. In einer am Dienstag in Berlin veröffentlichten Stellungnahme machte sie unter anderem auf eine Versorgungslücke aufmerksam.

Eine Lücke bei den Untersuchungen gebe es im Vorschulalter zwischen 6 und 10 Jahren. Diese sollte geschlossen werden, "da es hier wichtige Meilensteine in der Entwicklung von Kindern gibt", heißt es in dem Papier.

Zudem sollte die Zusammenarbeit zwischen Krankenkassen und zuständigen Stellen, etwa den Gesundheitsämtern, gefördert werden. Die Kommission fordert hier den "Ausbau von Kooperationsvereinbarungen".

Bei Thema der ärztlichen Schweigepflicht empfiehlt sie eine rechtliche Prüfung. Hier solle geprüft werden, inwieweit Lockerungen der Schweigepflicht für "ausgewählte Berufsgeheimnisträger empfehlenswert sind, um im Falle von ernsthaften und begründeten Verdachtsfällen eine Weitergabe von Informationen" etwa an Jugendämter zu ermöglichen.

Weiter spricht sich die Kommission für den Aufbau eines Einladungssystems aus, das die Eltern an die Untersuchungen U1 bis U11 erinnern soll. Dies solle möglichst flächendeckend eingeführt werden.

Auch die ärztliche Weiterbildung müsse in den Blick genommen werden. Die Qualifikationen der Ärzte könne etwa durch eine Ergänzung der Weiterbildung "im Rahmen von Kursen" möglich sein.

Früherkennungs- und Vorsorgeuntersuchungen für Kinder und Jugendliche gibt es in Deutschland seit 1991 bundesweit. Jedes Kind hat von der Geburt bis ins Jugendalter einen gesetzlichen Anspruch auf insgesamt elf kostenlose Früherkennungsuntersuchungen - die U1 bis U9, die in den ersten sechs Lebensjahren durchgeführt werden.

Hinzu kommt die J1, die im Alter zwischen 12 und 15 Jahren stattfindet. 2008 wurden zudem die drei neuen Untersuchungen U7a, U10 und U11 eingeführt.

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