Ärzte Zeitung online, 17.11.2010

Honorar für Ärzte in Baden-Württemberg wird steigen

Für die rund 19 000 Vertragsärzte und Psychotherapeuten gibt es 2011 rund 124 Millionen Euro mehr als 2010

Honorar für Ärzte in Baden-Württemberg wird steigen

Dr. Wolfgang Herz.

© sbra

STUTTGART (fst). Die Vergütung für niedergelassene Ärzte in Baden-Württemberg wird im kommenden Jahr um rund 124 Millionen Euro steigen. Das hat KV-Vize Dr. Wolfgang Herz nach Abschluss der Honorarverhandlungen mitgeteilt.

Der Südwesten sei dieses Mal "bei der Verteilung des Mehrhonorars begünstigt worden", heißt es in einem Rundschreiben. Das Plus von 124 Millionen Euro entspreche einem Zuwachs von knapp vier Prozent im Vergleich zum laufenden Jahr. Profitieren sollen davon nach Angaben von Herz vor allem die Arztgruppen, die besonders starke Einbußen haben hinnehmen müssen.

Im Jahr 2009 hatten die Ärzte im Südwesten als einzige Region Verluste im Vergleich zum Vorjahr erlitten. Die morbiditätsbezogene Gesamtvergütung war um rund 100 Millionen Euro gesunken, das entspricht einem Minus von 3,6 Prozent.

Dabei gab es Verwerfungen innerhalb und zwischen einzelnen Fachgruppen. Bei Orthopäden, Augen-, Hals-Nasen-Ohren-Ärzten und Dermatologen hatten bis zu 90 Prozent der Praxen Umsatzverluste verbuchen müssen. Über alle Fachgruppen hinweg mussten im Jahr 2009 etwa 60 Prozent der niedergelassenen Ärzte Honorarverluste hinnehmen.

Im kommenden Jahr soll es bei der Vergütung von Einzelleistungen keine Änderungen geben, erläuterte der KV-Vize. Erhalten bleiben soll auch der Aufschlag für den organisierten Notdienst. Umgekehrt hat die KV bei den Kassen aber auch mit der Forderung auf Granit gebissen, zusätzliche Leistungen auszubudgetieren.

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