Ärzte Zeitung, 07.12.2010

Missklänge zum Start der neuen Legislaturperiode

In der KV Nordrhein wurden in die Gremien und Fachausschüsse keine Vertreter der Freien Ärzteschaft und des Hausärzteverbandes gewählt.

DÜSSELDORF (iss). Die konstituierende Sitzung der Vertreterversammlung (VV) der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein (KVNo) hat mit einem Missklang begonnen. Bei den Blockwahlverfahren zur Besetzung von Gremien wie dem Hauptausschuss und den beratenden Fachausschüssen blieben die Vertreter des Hausärzteverbands und der Freien Ärzteschaft außen vor.

"Fast die Hälfte der Wählerstimmen sind in entscheidenden Gremien nicht vertreten", kritisiert der Vorsitzende des nordrheinischen Hausärzteverbands Dr. Dirk Mecking. Wesentliche Gruppen blieben damit explizit von der Gestaltung des Versorgungsgeschehens ausgeschlossen.

Der Hausärzteverband wird sein Engagement in der KVNo fortsetzen, kündigt Mecking an. "Wir werden uns weiter einmischen und unsere Fahne hochhalten."

Der Präsident der Freien Ärzteschaft Martin Grauduszus spricht von einer Desavouierung weiter Teile der Vertragsärzte. "Wir werden an unserer Strategie festhalten, auf Missstände und Fehlentwicklungen hinzuweisen", sagt er. Der Ausschluss aus den Gremien habe auch einen Vorteil: "Wir müssen keine faulen Kompromisse eingehen", betont Grauduszus. Auch aus der VV heraus könne die Freie Ärzteschaft wichtige Impulse geben.

Dr. Hans-Reinhard Pies, Sprecher der fachübergreifenden Allianz für Nordrhein, verteidigt das Vorgehen. Die konstituierende Sitzung habe die Strategie der Allianz gestützt, die VV zu einer schlagkräftigen Vertretung und einer Stimme aller Ärzte und Psychotherapeuten zu machen. Es sei gelungen, Hausärzte, Fachärzte, Psychotherapeuten und Klinikärzte zusammenzuführen.

"Gruppierungen, die die KV als gemeinsame Klammer vertragärztlicher Politik ablehnen oder sie zu einem Sparringpartner separatistisch handelnder Berufsverbände abwickeln wollen, wurde eine Absage erteilt", betont Pies.

Die Allianz für Nordrhein biete dem Hausärzteverband und der Freien Ärzteschaft aber die informelle Zusammenarbeit und sachbezogene Kooperationen an.

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