Ärzte Zeitung online, 06.12.2010

Montgomery: "Es gibt längst versteckte Rationierung"

LUDWIGSHAFEN (eb). Der Vizepräsident der Bundesärztekammer (BÄK) beklagt eine "versteckte Rationierung" im deutschen Gesundheitswesen. Sie gebe es längst "wegen der strikten Budgetierung", sagte Dr. Frank Ulrich Montgomery der "Rheinpfalz". Er forderte eine breite Diskussion darüber.

Bei der versteckten Rationierung handele es sich aber nicht um lebensnotwendige oder Notfall-Behandlungen. Montgomery weiter: "Es geht um Leistungen, die verschiebbar sind, etwa Vorsorge- oder Routineuntersuchungen."

Die Bundesärztekammer fordere daher über eine Priorisierung in der Medizin zu diskutieren. "Damit es keine zufällige Rationierung gibt, sollte klar sein, was auf gar keinen Fall verschiebbar ist", forderte Montgomery. Gemeinsam mit der Politik müssten dazu Richtlinien erarbeitet werden.

Doch auch wenn es diese Richtlinien in Zukunft gäbe, müssten Ärzte auch weiterhin immer im Einzelfall entscheiden. Sie wüssten dann aber immerhin, "welche Einzelfälle sie gar nicht anders entscheiden könnten".

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