Ärzte Zeitung, 09.12.2010

KV Bayerns betont attraktives Honorar auch im KV-System

KV Bayerns betont attraktives Honorar auch im KV-System

Warum Systemausstieg, wenn Vergütung der Hausärzte so hoch ist wie nie zuvor, fragt Bayerns KV-Vize Schmidt.

MÜNCHEN (sto). Durch eine starke Vertretung können die Hausärzte auch innerhalb des KV-Systems attraktive Zusatzhonorare verhandeln, so das Credo von Dr. Gabriel Schmidt, Vize-Vorstand der KV Bayerns.

Für die Hausärzte in Bayern seien in den vergangenen Jahren die "höchsten Honorare im KV-System" erreicht worden, erklärte Schmidt bei der Jahrespressekonferenz der KVB. Bayern sei die einzige KV-Region, in der Hausbesuche nicht in den Regelleistungsvolumina und qualifikationsgebundenen Zusatzvolumen versenkt wurden, sondern extra honoriert werden.

Die Vergütung der hausärztlichen Tätigkeit im KV-System, die aktuell bei etwa 62 Euro liege, sei seit dem zweiten Quartal 2010 so hoch wie nie zuvor, sagte Schmidt. Das werde sich vermutlich auch im dritten und vierten Quartal fortsetzen.

"Alle erbrachten Leistungen werden mit dem vollen Punktwert vergütet, ohne Fallzahlabstaffelung oder Fallzahlbegrenzung", sagte Schmidt. Der Abstand zum BKK-Hausarztvertrag, in dem 71 Euro vergütet werden, und dem AOK-Hausarztvertrag des Bayerischen Hausärzteverbandes (BHÄV) mit 76 Euro werde zunehmend geringer. Dabei müsse berücksichtigt werden, dass im AOK-Hausarztvertrag das Labor noch abgezogen werden müsse, so Schmidt.

Darüber hinaus seien durch regionale Zusatzvereinbarungen wie der Förderung von Palliativbesuchen und Zuschlägen für Behandlungen in Bereitschaftspraxen, dem LKK-Hausarztvertrag oder der Zusatzpauschale beim DMP Herzinsuffizienz fast zehn Millionen Euro für die bayerischen Hausärzte zusätzlich vereinbart worden. Dennoch müsse er konstatieren, dass sich die Mehrheit der bayerischen Hausärzte bei der Wahl zur Vertreterversammlung Ende November für einen Systemausstieg entschieden habe.

"Dies sieht zumindest der Bayerische Hausärzteverband als seinen Wählerauftrag. Diesen Wählerwillen müssen wir akzeptieren", sagte Schmidt. Der Hausärzteverband will seine Mitglieder am 22. Dezember über einen Ausstieg abstimmen lassen.

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